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Reportagen

Check-in: New York

Klassiker: Panorama mit Brooklyn Bridge

© Adobe Stock/eyetronic

Die neueste Aussichtsplattform: SUMMIT One Vanderbilt

© SUMMIT One Vanderbilt

Wahrzeichen für die Freiheit und für New York: Statue of Liberty

© Mathias Rentsch

Urban Green: Little Island am Pier 55

© Adobe Stock/creativefamily

Street Art ist in New York allgegenwärtig, hier ein Mural im High Line Park.

© Mathias Rentsch

Blick auf die Manhattan Bridge von Dumbo aus

© Adobe Stock/Stefan

Nostalgisch: Jane’s Carousel

in Dumbo

© NYC/Julienne Schaer

Das Grand Central Terminal ist der größte Bahnhof der Welt, die prunkvolle Haupthalle hat Kultstatus.

© Mathias Rentsch

Neue Architektur: Oculus-Bahnhof nahe 9/11 Memorial

© Mathias Rentsch

Die US-Metropole ist wieder bereit für die Welt.

Mathias Rentsch (Bilder und Text)

Vor der Pandemie war die Branche in New York auf Dauer-Rekordkurs. 2019 war mit 66,6 Millionen Besuchern im zehnten Jahr in Folge ein Höchstwert erreicht worden. 2020 waren nur rund 22,3 Millionen Menschen nach New York gereist, die meisten davon vor Beginn weitreichender Corona-Einschränkungen im Frühjahr. Dann 20 Monate kein internationaler Tourismus. Seit 8. November nun sind Gäste aus Europa wieder willkommen.  Was gibt es Neues? Und welche Stationen sind unbedingt empfehlenswert, um die Magie des Big Apple so richtig auszukosten?

Das Neueste zuerst …

Summit One Vanderbilt (summitov.com) ist die neueste Attraktion der Metropole: eine Aussichtsplattform hoch oben im Wolkenkratzer One Vanderbilt, direkt neben dem Bahnhof Grand Central in Manhattan. Die gerade eröffnete Plattform bietet auf drei Stockwerken einen Panorama-Blick über die Stadt, Kunstinstallationen, Außenterrassen und einen gläsernen Aufzug. Wie für Instagram konzipiert, fliegen silberne Bälle vor der Skyline oder spiegeln sich Besucher und Häusermeer in alle Richtungen. Die Ticketpreise starten bei rund 40 US-Dollar.

NYC pur im High Line Park

Der High Line Park (www.thehighline.org) verläuft erhöht auf einer alten, stillgelegten Bahn-Trasse über den geschäftigen Straßen Manhattans und verbindet mit einer Länge von 2,5 Kilometern die beiden Stadtteile Hells Kitchen und den berühmten Meatpacking District, in dessen alten Lagerhallen es heute viel Modernes zu entdecken gibt. In dem erst 2019 komplett fertig gestellten Park mischen sich Urlauber mit New Yorkern, denn keiner will die wechselnden Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst verpassen, die man hier bei einem gemütlichen Spaziergang im Grünen erkunden kann. Das angesagteste Highlight dort ist derzeit Little Island (littleisland.org): ein bunt bepflanztes Biotop, das noch einmal ganz neue Perspektiven auf die Manhattan-Skyline ermöglicht. Tipp: Im Anschluss am besten gleich in den Chelsea-Market (www.chelseamarket.com) abtauchen, wo es neben lokalen Künstlern und spontanen Flohmärkten auch kulinarisch Einiges zu entdecken gibt.

Der Zeitgeschichte auf der Spur

Jeder Erwachsene weiß vermutlich noch genau, wo er am 11.9.2001 war, als die Nachricht vom Terroranschlag auf New York die Welt erschütterte. Am 9/11 Memorial kann man innehalten, um diesem Einschnitt in die Geschichte und der Opfer, die er forderte, zu gedenken. Das moderne Museum (www.911memorial.org) informiert auf eindrucksvolle und nahbare Art über die damaligen Geschehnisse und deren Auswirkungen auf New York und die ganze Welt.

Am 28.6.1969 kam es nach einer gewalttätigen Razzia der Polizei im Stonewall Inn an der Christopher Street zu ausgedehnten Protesten der queeren Community. Sie gelten als Schlüsselmoment der modernen Pride-Bewegung und werden heute mit dem Christopher Street Day in Städten auf der ganzen Welt gefeiert. Am Gay Liberation Monument vor dem Stonewall Inn kann man sich in einer Fotoausstellung mittels QR-Codes den damaligen Ablauf vor Augen führen und mehr über die Zeit erfahren (www.nycgovparks.org/parks/christopher-park/monuments/575

Nachts über Manhattan

Auch wenn das Empire State Building (www.esbnyc.com) schon lange nicht mehr das höchste Gebäude der Welt ist, hat es sich doch seinen einzigartigen Charme und Charakter bewahrt. Nachdem man sich im echt coolen Museum im Erdgeschoss über die Geschichte des weltberühmten Art-déco-Gebäudes informiert hat, geht es per Aufzug mit immersiver Videoshow (Der Wolkenkratzer wird quasi während der Fahrt fertig gebaut!) rasant nach oben, um auf insgesamt drei verschiedenen Stockwerken die unschlagbare Aussicht zu genießen. Hier lohnt sich vor allem das „Tag und Nacht erleben“-Ticket, mit dem man nach dem Besuch am Tag in derselben Nacht noch einmal nach oben darf, um die Aussicht auf die Stadt, die niemals schläft, mit wesentlich weniger und vor allem besonderen Menschen zu teilen.

Abstecher nach Dumbo

Postkarte oder Realität? Diese Frage muss man sich immer wieder stellen, wenn man über die berühmte Manhattan Bridge von Manhattan nach Brooklyn läuft und in Dumbo landet. Der Stadtteil am Fuß der Brooklyn Bridge ist geprägt von kleinen alternativen Buchhandlungen (z.B. powerhousearena.com), spannender Street Art an Backsteinmauern und dem besten Blick, den man ohne Aussichtsplattform auf die New Yorker Skyline haben kann. Beim Spaziergang im Brooklyn Bridge Park sollte man mindestens bis zur Sportanlage Boathouse laufen, um mit ein paar besonders schönen Ausblicken und Fotogelegenheiten belohnt zu werden. In der entgegengesetzten Richtung wartet dann die nicht weniger imposante Manhattan Bridge und eines der berühmtesten Karussells der Welt: Jane’s Carousel. Hier lohnt sich der Besuch des Time Out Market (www.timeoutmarket.com/newyork) mit vielen lokalen Spitzenköchen, der Sonnenuntergang von der dortigen Dachterrasse ist spektakulär. 

Ein Date mit Lady Liberty

Kein Wahrzeichen des Big Apple ist so berühmt wie das Kunstwerk Liberty Enlightening the World (www.cityexperiences.com/new-york/city-cruises/statue), kurz: die Freiheitsstatue. Der obligatorische Ausflug bietet viele Highlights, die schon mit der Überfahrt auf der Fähre beginnen. Tipp: Für die besten Fotos sollte man sich einen Platz auf dem obersten Deck auf der rechten Seite sichern. An der Freiheitstatue angekommen, kann man im beeindruckenden, 2019 eröffneten Statue of Liberty Museum nicht nur alles über die Entstehung der Statue lernen und verschiedene alte Bauteile in Originalgröße bewundern, sondern wird auch über ihre eigentliche Bedeutung als Wahrzeichen der Freiheit und Migration aufgeklärt. So sind z.B. die großen, zu ihren Füßen liegenden, gesprengten Ketten der Sklaverei ein Detail, das in vielen Darstellungen ausgespart wird. Mit dieser neuen Perspektive und einigen Selfies mit „Lady Liberty“ im Gepäck ist der nächste Halt der im Ticket enthaltene Besuch von Ellis Island. Die gigantischen Hallen waren seinerzeit der erste Stopp für Immigrierende aus aller Welt und vermitteln heute mit multimedialen Ausstellungen ein tiefes Verständnis, wie New York City zu der einzigartigen und vielfältigen Stadt wurde, die sie heute ist.

Ikonen der Modern Art

Würde man sich auf eine metaphorische Kunstsafari begeben, so könnte man sie hier garantiert alle sehen, die Big 5. Denn so ziemlich jeder moderne Künstler und auch jede Künstlerin von Rang und Namen ist im Museum of Modern Arts (www.moma.org) vertreten – und wie! In nur einer Stunde kann man als Besucher beispielsweise Van Goghs „Sternennacht“, Dalis „Die Beständigkeit der Erinnerung“, „Der Tanz“ von Matisse, Picassos „Demoiselles“ und Warhols „Soup Cans“ bewundern – und hat damit gerade einmal an der Oberfläche des Angebots gekratzt. Anschließend lohnt sich ein Besuch im großen MoMa Designshop für wirklich originelle New-York-Souvenirs.

Nirgendwo lässt sich Kunst so erleben wie im Solomon R. Guggenheim Museum (www.guggenheim.org) an der 5th Avenue. Die fantastische, fast apotheotische Architektur erlaubt eine einfache Orientierung, so dass sich Besucher ganz auf die Bilder von Kandinksy, Picasso & Co. konzentrieren können. Immer wieder eröffnen sich überraschende Perspektiven auf die Werke. Die hauseigene App macht das Kunsterlebnis rund.

Waschechter NYC-Style

Zeit für einen echten New Yorker Style? Dann nichts wie ab ins hippe Williamsburg in Brooklyn. Dort kann man nicht nur angesagte Food-Trends probieren, sondern sich auch in Secondhandläden durch ein riesiges Sortiment an Vintage-Markenkleidung (www.ltrainvintagenyc.com/new-page-3) wühlen. Klassische amerikanische Sporttrikots in gutem Zustand wechseln hier für 6 US-Dollar den Besitzer, College-Jacken sind ab 20 US-Dollar zu haben. Dazu kommen noch original „Levi’s“-Jeans und Lederjacken oder echte mexikanische Plaids für die Wohnung – also unbedingt Platz im Koffer lassen!

Yummy mit und ohne Fleisch

Den leckersten veganen Burger der Welt gibt es in den Bareburger Restaurants (bareburger.com) in Manhattan, hier wird generell auf glutenfreie Küche mit frischen Bio-Zutaten geachtet. Neben einer großen veganen Auswahl wie dem sehr guten „Original Burger“ stehen auch klassische Optionen mit hochwertigem Biofleisch auf der Karte. Definitiv einen Besuch wert, allein wegen des köstlichen veganen Schokokuchens! Etwas gesetzter geht es in den Beyond Sushi-Lokalen (beyondsushi.com) zu, hier kann man in schicker Diner-Atmosphäre Kreationen aus einer veganen, asiatischen Fusionsküche genießen, Highlights sind die Gua Bao sowie das riesige Angebot an Dumplings. 

Stars am Broadway

Bei einem New-York-Aufenthalt darf auf keinen Fall der Besuch eines Broadway-Stücks fehlen. Bis zum 16. Januar 2022 läuft im Hayes Theater der Second Stage Company noch das großartige Stück „Clyde’s“ (2st.com/shows/clydes) der zweifachen Pulitzerpreisträgerin Lynn Nottage. In der Komödie nimmt „Netflix“-Superstar Uzo Aduba die Zuschauer mit in die Küche eines kleinen American Diner, in dem fünf Ex-Straffällige versuchen, über die Runden zu kommen und dabei dem Geheimnis des perfekten Sandwiches auf der Spur sind.