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Reportagen

Na, dann eben: Stille Nacht!

Leuchtsterne bringen warmes Licht und festliche Weihnachtsstimmung in jeden Raum.

Leuchtsterne bringen warmes Licht und festliche Weihnachtsstimmung in jeden Raum.

© Frauke van der Beek

Chöre hat die Corona-Pandemie hart getroffen – auch in der Vor- und Weihnachtszeit. Fest steht: Der Gemeindegesang wird in Gottesdiensten untersagt.

Chöre hat die Corona-Pandemie hart getroffen – auch in der Vor- und Weihnachtszeit. Fest steht: Der Gemeindegesang wird in Gottesdiensten untersagt.

© Frauke van der Beek

Da auch die Weihnachtsmärkte abgesagt wurden, gibt es den heiß geliebten Glühwein jetzt daheim.

Da auch die Weihnachtsmärkte abgesagt wurden, gibt es den heiß geliebten Glühwein jetzt daheim.

© Frauke van der Beek

Eisstockschießen macht bei klirrender Kälte richtig Laune, denn dann sind auch die natürlichen Gewässer gefroren.

Eisstockschießen macht bei klirrender Kälte richtig Laune, denn dann sind auch die Gewässer meistens zugefroren.

© Frauke van der Beek

Selbst gemachte Tischdeko peppt die Festtafel auf.

Selbst gemachte Tischdeko peppt die Festtafel auf.

© Frauke van der Beek

Auch ein selbst gefertigter Türkranz heißt Gäste herzlich willkommen.

Auch ein selbst gefertigter Türkranz heißt Gäste herzlich willkommen.

© Frauke van der Beek

Omas Rezept noch nicht ausprobiert? Dann aber ran an den Plätzenteig.

Omas Rezept noch nicht ausprobiert? Dann aber ran an den Plätzchenteig!

© Frauke van der Beek

Liegt der erste Schnee, lassen sich Rodelfans kaum noch halten. Da wird sogar der kleinste Hügel zur großen Wintergaudi.

Liegt der erste Schnee, lassen sich Rodelfans kaum noch halten. Da wird sogar der kleinste Hügel zur großen Wintergaudi.

© Frauke van der Beek

Kein Feuerwerk in diesem Jahr, doch die guten alten Wunderkerzen tun's auch, um mit etwas Glitzer das neue Jahr zu begrüßen.

Kein Feuerwerk in diesem Jahr, doch die guten alten Wunderkerzen tun's auch, um mit etwas Glitzer das neue Jahr zu begrüßen.

© Bert van der Beek

Damit das neue Jahr gut anfängt, gibt’s  Neujahrskuchen – ein süßes Gebäck, das man in Norddeutschland, besonders im Emsland und in Ostfriesland, traditionell zum Neujahrstag zubereitet und isst.

Damit das neue Jahr gut anfängt, gibt’s Neujahrskuchen – ein süßes Gebäck, das man in Norddeutschland, besonders im Emsland und in Ostfriesland, traditionell zum Neujahrstag zubereitet und isst.

© Frauke van der Beek

Das ganze Jahr haben wir uns in Verzicht und Geduld geübt. Urlaube wurden storniert, Kontakte beschränkt, das öffentliche Leben heruntergefahren. Nun steht Weihnachten vor der Tür. Das Fest der Liebe und Familie. Doch wie bekommt man trotz Corona und Lagerkoller feierliche Stimmung in die stade Zeit?

Frauke van der Beek (Bilder und Text)

Was war das für ein Jahr. Fröhlich und mit riesiger Vorfreude haben wir 2020 begrüßt. Die neuen „Roaring Twenties“ sollten es werden. Dann kam Corona. Irgendwie fühlte man sich an die Weltwirtschaftskrise in den 1920er Jahren erinnert. Zum Glück im Unglück sind wir 100 Jahre später mit viel digitaler Technik beschenkt, die uns das Kontakthalten und oft auch das Arbeiten von zu Hause aus ermöglichen. FaceTime-Sitzungen und Webinars haben sich einen festen Platz in unserem Alltag eingerichtet. So kann man mit Oma und Opa übers Smartphone oder Tablet sprechen und spielen, Homeschooling und Homeoffice bewerkstelligen. Sich die lebensnotwendigen Dinge und auch Weihnachtsgeschenke online ordern und nach Hause liefern lassen. Alles fast schon normal. Aber eben auch nicht.

Auf die Probe gestellt

Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegepersonal wurden noch mal extra auf die Probe gestellt. In Krankenhäusern sind jetzt schon wieder fast alle an der Grenze der Belastbarkeit – sowohl intensivbettentechnisch als auch menschlich. In Arztpraxen hat sich auch viel geändert. Neue Hygienekonzepte, andere Öffnungs- bzw. Sprechstundenzeiten. Akut-Sprechstunden, eventuell auch eine Corona-Hotline wurden eingerichtet. Wartezimmer geschlossen, geöffnet, geschlossen etc. Corona-Tests durchgeführt. Krankmeldungen via Telefon, Sprechstunden und Diagnosen auch online absolviert. Dabei musste man auch immer die Patienten im Blick haben, die nicht an COVID-19 erkrankt sind. Hausärzte sind nun mal für viele die erste Anlaufstelle, sie erreichen ihre Patienten direkt und genießen Vertrauen, klären auf und erklären verantwortungsbewusst. Das gilt auch bei der jetzigen Pandemie. Doch die „normale“ Praxis-Telefonnummer ist in Arztpraxen häufig auch ohne eine Corona-Situation schon überlaufen. Geduld – von allen Seiten – und gutes Praxis-Management sind da oberstes Gebot der Stunde. Gesundheitsämter und der ärztliche Bereitschaftsdienst versuchen, die Lage etwas zu entzerren und zu entspannen. Man darf gespannt sein, wie es mit den bevorstehenden Massenimpfungen klappen wird. Eins sollte man aber immer einplanen: viiiiel Zeit!

Streicheleinheiten für die Seele

Etwas Gutes hat die Pandemie neben all ihrem Schrecken und Leid aber auch gebracht: Zusammenhalt. Man rückt – notgedrungen – wieder enger zusammen. Hilft einander, wo man kann. Setzt den fest vorgenommenen Jahresvorsatz wirklich mal in die Tat um: treibt Sport, telefoniert mit längst verschollen geglaubten Freunden und plötzlich viel und gern mit der Familie. Schreibt sich sogar mal einen Brief oder eine Postkarte. Wir leben intensiver miteinander. Jeder entdeckt seine eigenen vier Wände und deren Mitbewohner neu – und manch altes Gesellschaftsspiel, wie wäre es mit „Mensch ärgere Dich nicht“? Wir essen und kochen vermehrt zusammen. Werden kreativ. Basteln und Handwerken erfahren einen regelrechten Boom.

Corona fordert eben alle Sinne und Kapazitäten. Gut dran ist, wer Haus und Garten oder eine geräumige Wohnung hat und sich auch mal zurückziehen kann. Schwer ist es für alle, vor allem für die, die auf engstem Raum oder ganz allein den Lockdown oder eine Quarantäne ertragen müssen. Und nicht jeder kommt mit Schwester Einsamkeit gut aus. Da braucht es dann schon auch mal (virtuelle) Streicheleinheiten, Mut, Zuspruch – oder ein Glaserl Wein.

Wenn der Trubel ausbleibt

Und jetzt kommt Weihnachten auch noch ohne sein ganzes Tamtam daher: keine Weihnachtsmärkte mit Glühwein, kein „Last Christmas“ im Geschäft, keine Einkehr in der Gastronomie. Selbst der Kirchgang ohne Gesang ist fad. Mich als Chorsängerin hat das schon arg getroffen. Als potenzielle „Virenschleudern“ wurde uns das Singen regelrecht verboten. Richtig so! Aber auch traurig! Das wöchentliche gemeinsame Singen und Beisammensein fehlt sehr. Zum Glück haben wir technisch Versierte in der Gruppe, so dass beispielsweise Geburtstagsständchen digtial aufgenommen und auf CD gepresst wurden – somit hatte man auch gleich ein einzigartiges Geschenk parat. Die Freude bei den Jubilaren war immens – und man selbst konnte seine Stimme auch gleich ein bisschen besser kennenlernen, was milde gesagt schon etwas gewöhnungsbedürftig war. Vorm zweiten Lockdown durfte unser Chor auch wieder in kleinen Gruppen in der Kirche unter Einhaltung der Hygieneregeln proben und Gottesdienste gesanglich von der Empore aus begleiten. Nun kommt der harte Lockdown. Fest steht: Der Gemeindegesang wird untersagt.

Aus der Not eine Tugend machen

Dennoch: Lautes Singen, Lachen, Reisen, Kultur, Freunde, Familie und Umarmungen können auf Dauer nicht digital ersetzt werden. Schon gar nicht zur „schönsten Zeit des Jahres“. An Weihnachten. Wie soll man denn da in Stimmung kommen? Da hilft nur Weihnachts-Groove Marke Eigenbau. Omas Plätzchenrezepte ausprobieren. Die Flöte, Gitarre und alte Liedersammlung rauskramen und „echte“ Haus-Musik machen. Schmucke Weihnachtsdeko bastelt sich heute sogar via YouTube-Tutorial wie von selbst. Mit alle Mann ein Festtagsmenü ausdenken, wo jeder seinen Beitrag leisten darf – da freut sich sicher auch die Hausfrau bzw. der Hausmann – wenn’s einigermaßen schmeckt und die Küche nicht abfackelt. Und: raus an die frische Luft! So ein Spaziergang im Wald, Park, Feld, am Meer oder Fluss entlang hilft der Seele, sich zu regenerieren, die Enge abzulegen, den Kopf freizubekommen und sich ordentlich auszupowern.

Winterfreuden machen das Herz warm

Und wenn Frau Holle es dann noch gut mit uns meint, kann man sich bei weißer Winterpracht die Skier zum Langlauf (kommt ohne Gondel und Après-Ski aus) unterschnallen, bei einer Schneeballschlacht oder beim Schneemann bauen alles geben oder mit dem Schlitten den Hügel im Park hinuntersausen. Bleibt nur zu wünschen, dass man gesund bleibt … In diesem Sinne: frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!