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Medizin

Querschnitt Osteoporose
Forschungsergebnisse deuten daraufhin, dass Janus-Kinase-Inhibitoren z.B. bei Osteoporose die Knochenheilung fördern kann.
© Colourbox

RA und Osteoporose: Entzündung gehemmt, Knochenheilung gefördert

Forscher konnten zeigen, dass Janus-Kinase-Inhibitoren nicht nur Entzündung hemmen, sondern auch die Knochenheilung fördern – ein bislang unerreichtes Therapieziel.

Rheumatoide Arthritis (RA) ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung in Deutschland und kann sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen. Die Erkrankung wird durch eine Autoimmunreaktion gegen das Gelenk ausgelöst. Ein fehlgesteuertes Immunsystem erkennt dabei das Gelenk fälschlicherweise als „fremd“, wobei es zu einer Entzündungsreaktion kommt, die sich so einfach nicht mehr abstellen lässt. Dieser Prozess führt, wenn unerkannt oder unbehandelt, zur schleichenden Zerstörung der Gelenke und Knochen. In den letzten Jahren wurden immer bessere Therapien für die rheumatoide Arthritis entwickelt, die gezielt die Entzündung im Gelenk hemmen können. Dabei kommen neuerdings auch Hemmer der sogenannten Janus-Kinase zur Anwendung. Die Janus-Kinase – nach dem zweiköpfigen römischen Gott Janus benannt, da diese aus zwei Teilen besteht – ist ein Enzym, welches in Immunzellen sitzt und die Wirkung entzündungsfördernder Botenstoffe vermittelt. 

Janus-Kinase-Hemmer fördern den Knochenaufbau

Susanne Adam, Axel Hueber und Silke Frey vom Deutschen Zentrum für Immuntherapie und der Medizinischen Klinik 3 konnten nun zeigen, dass Hemmer der Janus-Kinase neben ihrer Wirkung auf die Entzündung auch einen sehr starken Effekt auf die Knochenheilung aufweisen. Dabei stimulieren Janus-Kinase-Hemmer die knochenaufbauenden Zellen des Körpers, auch Osteoblasten (aus dem Griechischen: ostéon: Knochen, blastós: Spross) genannt, und regen diese an, Knochensubstanz zu produzieren. Dies führt dazu, dass sich bestehende Knochenschäden bei Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis zurückbilden.

Da Janus-Kinase-Hemmer bereits für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis zugelassen sind, haben diese Erkenntnisse unmittelbare Auswirkungen für Patientinnen und Patienten. Darüber hinaus könnten Janus-Kinase-Hemmer auch positive Auswirkungen auf Osteoporose haben, die gerade bei Patientinnen und Patienten mit entzündlichen Erkrankungen sehr häufig vorkommt. Hierzu gibt es bereits erste Hinweise in laufenden Untersuchungen von Dr. Arnd Kleyer, Medizinische Klinik 3, der die Osteoporose-hemmende Wirkung von Janus-Kinase-Hemmern in einer größeren Gruppe von Betroffenen der rheumatoiden Arthritis erforscht.

Originalpublikation: DOI: 10.1126/scitranslmed.aay4447

Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg