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Allgemein Medizin

„Der über die Fachgruppen hinweg stärkste Versorgungszuwachs von mehr als 20 Prozent bis 2035 macht die Urologie zum Zukunftsfach."
© AdobeStock/filins

DGU 2022: „Zukunftsfach Urologie“

Im September 2022 fand in Hamburg der 74. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) statt. An der Veranstaltung unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft Gestalten“ nahmen mehr als 6.500 Interessierte aus dem In- und Ausland teil, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Urologie zu informieren.

Als erste DGU-Präsidentin in der über 100-jährigen Geschichte der Fachgesellschaft leitete Prof. Dr. Margit Fisch,  Hamburg, den Kongress. Aktuelle Themenschwerpunkte der Tagung waren die Förderung der Frauen in der Urologie, die intersektorale Versorgung sowie die individualisierte und interdisziplinäre Medizin. „Der über die Fachgruppen hinweg stärkste Versorgungszuwachs von mehr als 20 Prozent bis 2035 macht die Urologie zum Zukunftsfach. Dafür gilt es, neue Therapien in neuen Versorgungsformen effektiv erbringen zu können“, so Fisch.

Leitlinien garantieren hohe Behandlungsqualität

Dass die Fachgesellschaft mit der Harmonisierung der Behandlungs- und Qualitätsstandards durch ihr umfangreiches Leitlinienangebot bereits elementare Bausteine für eine sektorenübergreifende Versorgung gelegt habe und damit im Zusammenspiel zwischen ambulanter und stationärer Urologie eine sehr hohe Qualität garantiert sei, betonte DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Maurice Stephan, Mannheim. Passend dazu wurde auf dem Kongress erstmals die neue S2e-Leitlinie zur standardisierten urologischen Diagnostik und Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung vorgestellt. Sie führt die bisherigen Einzelleitlinien Diagnostik des Benignen Prostatasyndroms (BPS) und Therapie des BPS in einer gemeinsamen Leitlinie zusammen.

Mögliche Medikamentenwirkungen identifizieren

Nicht nur Leitlinien und Studienergebnisse zu neuen Therapieoptionen sind wichtig für Klinik und Praxis, auch grundlegende Fragen müssen beantwortet werden, etwa ob und wie sich zu verschreibende Medikamente auf den Harntrakt auswirken können. Hintergrund ist, dass vor allem viele geriatrische Patienten zahlreiche Arzneimittel einnehmen, von denen eine mögliche Wirkung auf Nieren, Harnleiter, Harnröhre und Blase nicht bekannt ist. Hilfe kann die Internetseite www.harntrakt.de bieten. Hier sind – basierend auf Studien, Metaanalysen und Ärzteempfehlungen – viele Präparate sowie ihre eventuellen Nebenwirkungen zu finden.

Blick über den Tellerrand

Wichtige Impulse setzte die DGU auch bei Herausforderungen neben dem urologischen Tellerrand: Mit dem Thema Nachhaltigkeit in Klinik und Praxis hat Präsidentin Fisch einen Aufruf für eine grüne Urologie gestartet. Spannend waren daher u. a. die Denkanstöße und Tipps in der Vortragssession „Urologie und Umwelt“. Dort wurde auch das Handbuch „Grüne Praxen – klimabewusst im Praxisalltag“ mit hilfreichen Ratschlägen für die Praxisbereiche Energie, Ausstattung und Materialien, Finanzen, Mobilität, Kommunikation und Behandlung vorgestellt.
Das Handbuch kann kostenfrei unter healthforfuture-hamburg.org heruntergeladen werden.

Patienten umfangreich informieren

Für die DGU spielen auch immer die Patienten sowie deren Aufklärung eine Rolle. Das zeigt auch das neue Patientenportal der „Urologischen Stiftung Gesundheit“ der DGU. Mit dem Portal möchte die Fachgesellschaft unter www.urologische-stiftung-gesundheit.de umfangreich über urologische Krankheitsbilder, deren Diagnose und Therapie informieren und somit die urologische Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken.
Ebenfalls der Aufklärung diente zudem das Patientenforum des Kongresses auf dem sich Interessierte über das nächtliche Einnässen beim Kind, Harnwegsinfekte und Inkontinenz der Frau sowie die Prostatakrebsfrüherkennung informieren konnten.

Anne Göttenauer      

Quelle: 74. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V.  vom 21. bis 24. September 2022 in Hamburg