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Die besten Bilder von Wundern aus der Natur

Unter dem sternenübersäten Nachthimmel von Arizona wirft ein Projektor das riesige Bild eines männlichen Jaguars auf einen Abschnitt des Grenzzauns zwischen den USA und Mexiko. Mittlerweile ist die letzte Bastion der Tiere das Amazonasgebiet, früher aber war der Jaguar bis in den Südwesten der USA hinein verbreitet. Mit seinem Bild will der Fotograf darauf aufmerksam machen, dass sich Präsident Trumps Pläne, zwischen den USA und Mexiko eine unüberwindbare Mauer zu errichten, auch auf viele Tiere auswirken und das Schicksal des Jaguars in den USA besiegeln würden.

© Wildlife Photographer of the Year/Alejandro Prieto

Ein vorwitziges junges Himalaya-Murmeltier traute sich Im Grasland der Qinghai-Tibet-Hochebene aus dem Bau, erblickte die lauernde Tibetfüchsin und stieß schrille Alarmschreie aus, um seine Artgenossen zu warnen. Die brachten sich in Sicherheit. Eine Stunde später jedoch hatte die geduldige Jägerin Erfolg.

© Wildlife Photographer of the Year/Yongqing Bao

 

Im Yellowstone-Nationalpark trotzt ein einsamer Amerikanischer Bison dem lautlosen winterlichen Schneesturm. Bisons schwingen mithilfe ihrer kräftigen Nackenmuskulatur, die als charakteristischer Buckel sichtbar ist, ihren gewaltigen Kopf hin und her und schieben so den Schnee beiseite, um an die Nahrung darunter heranzukommen.

© Wildlife Photographer of the Year/Max Waugh

Steinadler brauchen ausgedehnte Territorien, am liebsten ist ihnen offen bergiges Gelände im Inneren des Landes. In Nordnorwegen aber finden sich die Vögel auch an der Küste. Für ihre Größe – die Adler haben etwa das Gewicht einer Hauskatze, aber eine Flügelspannweite von über zwei Metern – sind die Tiere erstaunlich schnell und wendig, wenn sie in den Himmel aufsteigen, sich in der Thermik treiben lassen, hinabstoßen und spektakuläre Balzflüge vollziehen.

© Wildlife Photographer of the Year/Audun Rikardsen

Großflossen-Riffkalmare – hier Tauchgang in der Lembeh-Straße vor der Küste der indonesischen Provinz Sulawesi Utara – verdanken ihren Namen den muskulösen Flossen zu beiden Seiten ihres Körpers. Sie verfügen über spezielle Zellen, die lichtreflektierende Pigmente enthalten und es den Tieren gestatten, im Nu eine andere Farbe und Zeichnung anzunehmen, sowohl zur Tarnung als auch zur Kommunikation untereinander. Das 25 cm lange Individuum auf dem Bild weist die gestreifte Paarungsfärbung auf, die inneren Geschlechtsorgane leuchten rosa, um an der Absicht des Tintenfischs keinerlei Zweifel zu lassen.

© Wildlife Photographer of the Year/Cruz Erdmann

 

Unbeweglich aneinandergelehnt verharren zwei männliche Dall-Schafe in vollem Winterfell, nachdem sie auf dem windgepeitschten, schneebedeckten Abhang heftig aneinandergeraten waren. Es ist Brunftzeit. Diese beiden Böcke versuchten, sich auf einem steilen Abhang zu duellieren, doch erzwangen der erbarmungslose Wind, ein schwerer Schneesturm und die extreme Kälte eine Kampfpause.

© Wildlife Photographer of the Year/Jéréme Villet

Rot glühende Lavazungen wälzen sich in den Pazifik und lassen gewaltige Wolken einer giftigen Mischung aus ätzendem Dampf und feinen Glaspartikeln aufsteigen. Der Ausbruch des Kı¯lauea auf der hawaiianischen Big Island, einem der aktivsten Vulkane der Welt, Anfang Mai 2018 war der größte seit 200 Jahren. Die Lava floss noch drei Monate weiter.

© Wildlife Photographer of the Year/Luis Vilariño

Mit ihrem Behang aus dickem orangefarbenem Samt und ihrem Saum aus grauer Seide stellen die Äste einer Monterey-Zypresse am Pinnacle Point im kalifornischen Point Lobos State Natural Reserve einen beinahe überirdisch wirkenden Baldachin dar. Der schmale geschützte Küstenstreifen ist der einzige Ort auf der Welt, an dem die natürlichen Bedingungen ein solch märchenhaftes Bild hervorbringen.

© Wildlife Photographer of the Year/Zorica Kovacevic

Aus mehr als 50.000 Einsendungen hat eine Jury des Naturhistorischen Museums in London das beste Tierfoto des Jahres gewählt. Doch dem Museum geht es um mehr als Ästhetik.

Den Tieren und Pflanzen machen der Klimawandel, Wilderei und die Zerstörung ihres Lebensraumes zu schaffen. Der Fotowettbewerb soll Menschen inspirieren, anders über ihre Verbindung zur Natur nachzudenken und sich für den Planeten einzusetzen. „Wir hoffen, dass unsere diesjährige Ausstellung Menschen dazu bringt, unseren Planeten anders wahrzunehmen – und welche entscheidende Rolle wir für seine Zukunft spielen“, so Tim Littlewood, wissenschaftlicher Leiter des Museums.

Unter zehntausenden Teilnehmern, darunter Amateure und Profis, junge Nachwuchstalente und anerkannte Fotografen, werden bei dem Wettbewerb Aufnahmen in unterschiedlichen Kategorien ausgewählt und der Naturfotograf des Jahres sowie sein junges Pendant ausgezeichnet. Pflanzenporträts, Unterwasserwelten, Tierfotografien oder Luftaufnahmen geben einen umfassenden Einblick in die Bandbreite der gegenwärtigen Tier- und Landschaftsfotografie.„Eine Definition von Kunst lautet kreativer Ausdruck – mit anderen Worten: Kommunikation. Eine der unmittelbarsten Formen von Kommunikation ist die Fotografie. Ihre wirkungsvollsten Werke berühren uns auf emotionale Weise, und genau das tun die Bilder dieser Sammlung. Darüber hinaus verleihen sie dem wichtigsten und drängendsten Thema heutiger Fotografen Ausdruck: der Natur und unserer Beziehung zu ihr. Die diesjährige Bildauswahl stellt diese Fähigkeit zu kommunizieren in den Mittelpunkt – die Fotos lösen Staunen, Freude, Überraschung oder sogar Erschrecken aus. Wegen ihnen halten wir inne und denken nach. schreibt Rosamund Kidman Cox, Vorsitzende der Jury „Naturfotograf des Jahres 2019“, in ihrem Vorwort zu dem Bildband „Wildlife Fotografien des Jahres – Portfolio 29" vom Knesebeck Verlag, der alljährlich die Sieger des Wettbewerbs und die 100 besten Bilder dokumentiert  (160 S., 35 EUR).

Dieses Jahr stammen auffallend viele Bilder aus Regionen, die bisher fotografisch wenig hervorgetreten sind, etwa aus Tadschikistan, der Mongolei und China. "Offenbar profitieren die Fotografen aus dieser Weltgegend mittlerweile von einer besseren Ausrüstung und können sich online mit Kollegen anderer Nationalitäten austauschen, die für andere Stile und Perspektiven stehen. Vermutlich lässt sich der Wandel auch auf die Internetpräsenz des Wettbewerbs selbst zurückführen", mutmaßt die Jury-Chefin.Tatsächlich werden die Fotos seit Jahren in Büchern, Zeitungen sowie Zeitschriften und nicht zuletzt auch auf diversen Internetplattformen veröffentlicht, die eine geschätzte Reichweite von über einer Milliarde Menschen haben. Damit setzt der Wettbewerb heute nicht nur den Maßstab für die Naturfotografie, er trägt auch überlebenswichtige Umwelt- und Naturschutzbotschaften in praktisch jede Ecke der Welt.

Die Fotos für das nächste Jahr können noch bis zum 12. Dezember 2019 eingereicht werden: www.wildlifephotographeroftheyear.com