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Vorm Feste nur das Beste?

Profi-Gänsebraten

Appetitmacher – so sieht die Gans vom Profi gebraten aus.

© ViCulinaris

Die bratfertige Gans wird in der Thermobox per Kurier geliefert – bundesweit.

© ViCulinaris

DIN-A4_Gans

Tatsache – frisch ausgepackt passt die Gans auf ein DIN-A4-Blatt.

© Gudrun Rentsch

Gans fertig

Größer ist die Gans nicht geworden, aber sie duftet himmlisch.

© Gudrun Rentsch

Gans ganz leicht portionieren

Kinderleicht – die Gans lässt sich butterweich in Scheiben schneiden, weil sie bis auf die Keulen komplett entbeint wurde.

© ViCulinaris

Die saftige Maronenfüllung schmeckt sehr fein, ein zusätzlicher Kartoffelknödel schadet aber auch nicht.

© ViCulinaris

Die Soße ist so gut, dass man sich reinlegen möchte. Am besten eine zusätzliche Portion ordern.

© ViCulinaris

Groß auffahren mit einem Gänsebraten – ohne dafür Tage in der Küche zu stehen? Was für eine verführerische Idee! Das muss ich ausprobieren.

„Kinderleicht“ heißt der Slogan, und in dem kurzen Demo-Video auf der Website bereiten ungefähr tischhohe Kinder ihren Eltern den Festschmaus von www.gaensebraten.de. Eine vorgebratene Gans mit frischem Apfelrotkohl, saftiger Maronenfüllung und feiner Geflügelsoße. Eine Stunde braten, Beilagen aufwärmen – alles easy, das sollte ich doch dann auch hinkriegen für sechs Gäste? Natürlich nicht an den Feiertagen, aber an einem Samstag in der Adventszeit.

Online bestellt und bezahlt, als Liefertermin den Freitag zuvor, das Ganze kommt per Kurier in einer Kühlbox. Ansässig ist der Anbieter und Chefkoch Johann Mikschy im oberbayerischen Bad Tölz, da sollte der Transportweg zu mir nach Hause in die  bayerische Landeshauptstadt auch kein Problem sein. War‘s auch nicht, die Box kam just in time.

Ein bisschen leicht der Vogel samt Beilagen, denke ich mir schon beim Hochschleppen in die Wohnung im vierten Stock.

Ratsch, die Verpackung ab, Thermobox auf: Papier, beschichtetes Mattenzeugs, jede Menge, dann stoßen die suchenden Hände auf: 2 vakuumierte Beutel Blaukraut, ein Beutelchen Soße und auf eine Gans, die von der Größe her zu Lebzeiten wahrscheinlich eine Ente war.

Ich bin entsetzt!

Die durch den Aufschrei herbeigerufenen Kinder staunen auch nicht schlecht. Das soll für sechs Leute reichen? Mit fahrigen Händen zerre ich die Küchenwaage raus: Auf 2134 Gramm bringt es das Geflügel, die Messung mit dem Maßband ergibt 30 Zentimeter in der Länge, 18,2 Zentimeter an der breitesten Stelle. Eine Din-A-4-Gans! Wenn sie nicht doch eine Ente ist. Und eine zweite steckt auch nicht in der Box.

Ich schwitze.

Gut, das Ding ist vakuumverpackt, aber ob das zur doppelten Größe aufploppt??  Blass rufe ich die Website auf: 5,5 Kilogramm Schlachtgewicht habe die glückliche (also früher) bayerische Weidegans, steht da, und tatsächlich drunter: in verarbeitetem Zustand (entbeint und mit Maronenfüllung) ungefähr noch zwischen 2100 und 2300 Gramm.

Schnappatmung.

Panisch rufe ich den Lieferanten an – das kann doch nicht sein? Knapp 400 Gramm pro Person, die Beilagen schon miteingerechnet. Aus den Tiefen meines Gedächtnisses tauchen Erinnerungen an tschechische Speisekarten aus Vor-Wende-Zeiten auf: 150 Gramm Fleisch pro Portion plus Sättigungsbeilagen – das käme so ungefähr hin. Überfüllt war der Teller damit seinerzeit nicht. Die Gans, der Festschmaus, als Fastenvariante? Das mir, wo ich lieber immer etwas großzügiger plane?

Tränen steigen mir in die Augen, die Stimme bricht, als ich beim zweiten Anruf den Anrufbeantworter frage, ob das alles ernst gemeint ist?

Geistig entwerfe ich einen Notfallplan: einen Schweinebraten zur Gans? Noch irgendwo eine Ente auftreiben? Zusätzliche Kartoffelknödel waren schon gekauft (man weiß ja nie!). Aber auch die Soße war recht übersichtlich. Eine Lösung muss her. Ein drittes Mal spreche ich aufs Band.

Flehentlich.

Keine Antwort. Ratsch – vielleicht braucht der Vogel tatsächlich nur Luft? Ein leckerer Duft breitet sich aus. Volumenmäßig passiert leider nichts. Plan B, Teil 1: Statt Wintersalat wird als Vorspeise eine Kartoffelsuppe mit verschieden Einlagen aufgetischt, mit Brot! „Davon allein wird man satt“, beruhigt mich meine Freundin (sie bringt die Vorspeise mit). Und Dessert gibt es auch. Okay, dann doch keinen Schweinebraten zur Gans.

Ruhig durchatmen, Gudrun, das wird schon.

Das Telefon klingelt, der Gänsezauberer Johann Mikschy selbst ist dran: „Es ist immer das Gleiche. Aber glauben Sie mir, das reicht für sechs Personen. Sie können ja alles essen, es sind keine Knochen mehr in der Gans außer in den Keulen.“ Ja, Soße könne man noch zusätzlich nachliefern bis zum nächsten Tag. Puh! Aber vielleicht sollte ich noch mehr Knödel kaufen? Die Idee mit der Zusatzente hake ich innerlich auch ab.

Ich bin erschöpft.

Nach fast 4 Stunden Schweißausbrüchen, Hyperventilieren und Haareraufen kehrt Hoffnung ein. Es folgt eine relativ ruhige Nacht. Am nächsten Tag kommt noch die Soße pünktlich. Den Tisch festlich decken, Gans in den Ofen, Knödel kochen, Blaukraut und Soße warm machen. Easy. Es riecht wunderbar in der ganzen Wohnung. Wie an Weihnachten! Alles reicht wirklich gut, jeder ist satt und glücklich.

Gänesebraten, Füllung, Soße, Blaukraut – wirklich ganz großes Kino!

Wirklich zu empfehlen. Bei einem zweiten Mal wäre ich dann auch entspannter. Aber ganz ehrlich:  Zum nächsten Gänsebraten lasse ich mich erst einmal einladen!

Info: Den Gänsebraten für 6 Personen inklusive Beilagen ab 179 EUR gibt’s bei www.gaensebraten.de