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Reportagen

Check-in: Paris

Eiffelturm

Zum Erbe des Turmschöpfers Gustave Eiffel gehört die Anordnung, den 324 Meter hohen Eisennagel alle sieben Jahre anzustreichen – in diesem Jahr ist es wieder soweit.

© parisinfo.com

Pont de Bercy

Der Pont de Bercy wurde 1864 in ihrer heutigen Form erbaut und zweimal verbreitert. Das Bercy Village im wenig touristischen Süden der Stadt lockt mit zahlreichen Cafés und Restaurants sowie einer ganzen Reihe kleiner Geschäfte. Untergebracht sind die verschiedenen Shops und Lokale in den alten Weinlagern des Stadtteils Bercy, die in den 1980er-Jahren in die heute beliebte Freizeitmeile umgewandelt wurden.

© parisinfo.com

Gondel-Karussell im Village de Bercy

Zauberhaftes Gondel-Karussell in den Pavillons de Bercy

© Sébastien Siraudeau

Atelier von YSL

Musée Yves Saint Laurent: Blick ins Atelier des legendären Modeschöpfers

© Musée Yves Saint Laurent Oaris/Sophie Carre

Petit Palais

Der Petit Palais ist ein architektonisches Juwel von 1900 auf den Champs-Élysées. Der Bau, der aus Anlass der Weltausstellung errichtet wurde, beherbergt das Musée des Beaux-Arts und wechselnde Ausstellungen.

© parisinfo.com

Atelier Alberto Giacometti Rekonstruktion

Das Atelier von Giacometti lag in der Rue Hippolyte-Maindron, wo Giacometti von 1926 bis 1966 wirkte. Im Institut Giacometti wurde es detailgetreu rekonstruiert.

© Fondation Giacometti/Alessabdro Brotto

Porte 12

Kaum 30 Plätze fasst der Gastraum des "Porte 12". Die vorherrschenden Farben sind Dunkelblau und Grau, aufgelockert durch Holztische und kupferne Designerlampen.

© Porte 12

Tatiana Levha

Guide Michelin: "Die etwas altmodische frühere Kneipe an der Ecke der Rue St-Maur wurde von den beiden Schwestern Katia und Tatiana Levha renoviert. Tatiana bereitet eine frische und spontane Küche aus einfachen, aber stets ausgezeichneten Produkten zu, und wagt auch unerwartete Geschmackskombinationen."

@ Le Servan

Neue Adressen befeuern in der Stadt an der Seine die Sinne.

Gudrun Rentsch (Text)

Augenschmaus

Paris zaubert sie immer wieder aus dem Hut: Orte, die selbst die  Einheimischen in Verzücken versetzen. Das südöstlich gelegene, aufstrebende Bercy und der ehemalige Weingroßmarkt ist so einer. Die Backsteingebäude der alten Weinhallen wurden zu einer gemütlichen Passage restauriert und teils erweitert. Das Village de Bercy (www.bercyvillage.com) bietet sich zum entspannten Shoppen in kleinen, hippen Läden, Bars und Restaurants an. In den Pavillons de Bercy findet sich das Musée des Arts Forains (arts-forains.com) mit einem Riesenfundus an historischer Jahrmarktskunst. Das Motto: anfassen und benutzen. So kann man mit Original-Fahrgeschäften aus dem 19. Jh. fahren oder gegeneinander bei alten Jahrmarktsspielen antreten.

Eine elegante Hommage an ein Genie des Stils ist das neue Musée Yves Saint Laurent (5 avenue Marceau, museeyslparis.com). Das Stadtpalais war von 1974 bis zum Jahr 2008 Stammhaus des Labels, das 1961 gegründet wurde. Hier unterhielt der Modeschöpfer sein Atelier, hier empfing er seine Kundinnen. Ein Teil des Hauses wurde in den originalen Zustand zurückversetzt, der andere Teil in Ausstellungsräume umgewandelt. Ausgestellt werden legendäre Modelle und Accessoires, dazu Fotos und Skizzen (wegen eines Ausstellungswechsels ist das Museum allerdings bis 1. Okt. geschlossen).

Mit der Eröffnung des Institut Giacometti (5 rue Victor Schoelcher, www.fondation-giacometti.fr) in einer grandios restaurierten Jugendstilvilla im ehemaligen Künstlerviertel Montparnasse sublimiert Paris Alberto Giacomettis Person und Werk. Sobald man das schmale Haus mit seinen blauen Balkonen betritt, bietet sich dem Auge ein architektonisch und ästhetisch gelungener Eingangsbereich. Zwei Treppen tiefer, hinter Glas, wurde das nur 23 qm große AtelierAlberto Giacomettis so rekonstruiert, wie es der Künstler im Jahr 1966 hinterlassen hat: dicht gestellte Gipsskulpturen, ein Holztisch mit Farbtuben, ein schmales Bett und die abgelösten Originalwände voller Farbe und Skizzen. Da die Räumlichkeiten relativ klein sind, müssen die Besucher  per Internet reservieren. 

Inmitten des 11. Arrondissements durchläuft eine ehemalige Eisengießerei eine Verwandlung und wird zum Ausstellungsort im XXL-Format. L’Atelier des Lumières (38 rue Saint Maur, www.atelier-lumieres.com) nimmt den Besucher mit auf Entdeckungsreise großer Namen der Kunstgeschichte. 140 Videoprojektoren und eine räumliche Beschallungsanlage ermöglichen die Reise der Sinne: Vom Fußboden bis hin zur Decke sind die Projektoren und Soundsysteme auf der insgesamt 3300 qm großen Fläche angebracht. Das Meisterwerk „Der Kuss“ von Gustav Klimt, die eindringlichen Portraits von Egon Schiele im XXL-Format und die leuchtenden Farbwirbel der Gemälde von Friedensreich Hundertwasser – das Atelier des Lumières widmet die erste Saison der österreichischen Malerei, zu den nächsten Gästen zählt unter anderem Chagall.

Die Ausstellung Les Impressionnistes à Londres – Artistes français en exil, 1870-1904 im Petit Palais (Avenue Winston Churchill, www.petitpalais.paris.fr) zeigt noch bis 14. Oktober die Arbeiten französischer Impressionisten wie Carpeaux, Tissot, Daubigny, Legros, Dalou, Pissarro, Monet, Sisley oder Derain, die aus verschiedenen Gründen Unterschlupf in London finden mussten. Der Rundgang vereint über 100 ihrer Werke, die in der englischen Hauptstadt entstanden, während die Inszenierung die Atmosphäre eines Kunstmarktes im viktorianischen London dieser Zeit nachstellt. Tipp: Das Café im Petit Palais ist ein echtes Schmuckstück: ein charmanter, halbkreisförmiger Patio. Unbedingt einen Macaron oder ein anderes Gebäck der Pariser Nobelpatisserie „Lenôtre“ bestellen.

Im Maison Rouge (10 boulevard de la Bastille, www.lamaisonrouge.org) gehen am 28. Oktober nach 14 Jahren die Lichter aus. Die letzte Ausstellung: L’Envol – oder der Traum vom Fliegen ist eine Eloge an die Imaginationskraft der Kunst. Sie versammelt 130 Werke vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute und mischt Fotografie, Video, Malerei, Skulptur und Installationen.

Seelenfutter

Nach dem linken wurde nun auch das rechte Seine-Ufer für Autos gesperrt. Der 10 km lange Parc Rives de Seine lädt zum Spazierengehen, Radfahren, Sonnen, Spielen, Picknicken und Ausgehen am Wasser ein. Vom Louvre bis Höhe Bastille wurden am Wasser kleine Rasenflächen, Terrassen, Pétanque-Bahnen, Kletterwände und Spielplätze errichtet. Am linken Ufer flaniert man von der Almabrücke bis zum Pont Royal. Die Strecke am rechten Ufer reicht vom Pont Neuf bis zum Pont de Sully und natürlich dem Arsenal-Becken zwischen dem Quai de la Râpée und dem Place de la Bastille. Tipp: Auf der rechten Seite kann man bis zum frühen Abend die Sonne genießen, das linke Ufer liegt viel früher im Schatten.

Gaumenschmeicheleien

Die Bistronomie ist etabliert, jetzt mischen Neo-Bistros die Szene auf, die Bistro- und Feinschmeckerküche vereinen. Man nehme traditionelle Spezialitäten, fügt Liebe, gute Produkte und etwas eigene Ideen dazu und bestäubt alles mit einer Prise Kreativität. Stark angesagt: Überraschungsmenüs.

Pierre Sang, ein junger medienwirksamer Küchenchef, hat drei Adressen eröffnet. Sein erstes Restaurant, Pierre Sang (55 rue Oberkampf, www.pierresang.com) in Oberkampf, bietet jeden Tag ein neues Überraschungsmenü aus sechs geheimen Gängen mit französisch-koreanischer Inspiration. Der aus dem Baskenland stammende Küchenchef Iñaki Aizpitarte ist Kult. Wem die Wartezeiten in seinem Stammlokal „Chateaubriand“ zu lange sind, geht in den Ableger: Im Dauphin (131 avenue Parmentier, www.restaurantledauphin.net) wird gute Küche in Bistronomie-Ausführung serviert, mit dem Touch von Küchenchef Aizpitarte als Bonus. Im 10. Arrondissement findet man das Porte 12 (12 rue des Messageries, www.porte12.com), das in einem ehemaligen Schneider- und Lingerieatelier untergebracht ist. In der Küche bietet Küchenchef Vincent Crépel, der auch aus dem Baskenland stammt, eine durchschlagende Autorenküche. 

In der Rue Saint-Maur im benachbarten Arrondissement befindet sich das Le Servan (32 rue Saint-Maur, leservan.com), das von den Schwestern Katia und Tatiana Levha geleitet wird,  eine Küche von hier, die zuweilen mit Aromen von anderswo gespickt ist. Auf der Karte findet man traditionelle Gerichte, die von Zeit zu Zeit mit einer leichten asiatischen Note eingefärbt sind.

Ein wahrhaftes Phänomen der Gastronomiewelt sind die japanischen Küchenchefs, die sich mit Talent die französische Küche aneignen und sie überdies veredeln. So wie bei Abri (92 rue du Faubourg Poissonnière, Reservierungen über www.lafourchette.com), einer Feinschmeckerkantine im Miniformat, wo Küchenchef Katsuaki Okiyamaeine erstklassige Kreationen anbietet. Montags und samstags gibt es die legendären Tonkatsu-Sandwiches, eine Snack-Version eines typisch japanischen Gerichtes auf der Basis von paniertem und gebratenem Schweinefleisch.

Im 11. Arrondissement gibt es eine weitere unumgängliche Adresse: die beliebte Clown Bar (114 rue Amelot, www.clown-bar-paris.com), die ihr Quartier in der ehemaligen Bar des „Cirque d’hiver“ bezogen hat. Das Interieur ist in einer nostalgischen Mischung aus Belle Époque und Jugendstil gestaltet, mit reich verzierten Decken und verspielt gekachelten Wänden. In der Küche wirbelt der japanische Küchenchef Atsumi Sota. Mit seiner überraschenden Speisekarte gibt er der Bistroküche eine neue Dimension. Zum Beispiel: Crêpe mit gegrilltem Schweinebauch, Koriander und Bottarga. Vorsichtig aufrollen, abbeißen und: 7. Himmel! Im Mund entfaltet sich eine verzückende Kombination aus Röstaromen, zartem Schmalz, Korianderfrische, salziger Würze vom Bottarga und Getreidigkeit vom Crêpe-Teig. Fantastisches Soul-Food!