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Das Watt: Sensible Balance zwischen Land und See

Sky-Suite im „Hotel Niedersachsen“ auf Sylt

Sky-Suite im „Hotel Niedersachsen“ in Westerland auf Sylt

© Hotel Niedersachsen

Alte Holzbuhnen im Wattenmeer

Alte Holzbuhnen im Wattenmeer

© pixabay

Nordsee und Wattenmeer

Nordsee und Wattenmeer

© pixabay

Seehund im Watt

Seehund im Watt

© pixabay

Windpark in der Nordseee

Windpark in der Nordseee

© pixabay

„Strandhotel Kurhaus Juist“

„Strandhotel Kurhaus Juist“

© Strandhotel Kurhaus Juist

Pferdekutsche am Strand von Juist

Pferdekutsche am Strand der Insel Juist

© Juist

Das Wattenmeergebiet dient schätzungsweise 10.000 Arten von Einzellern, Pilzen, Pflanzen und Tieren als Lebensraum, darunter unzählige Arten von Muscheln oder Krebsen sowie Wattwürmern und Robben. Außerdem gilt es als eines der wichtigsten Gebiete für Zugvögel weltweit: Teilweise halten sich hier rund 6 Millionen Vögel gleichzeitig auf, und insgesamt machen zwischen zehn und 12 Millionen Zugvögel im Jahr Rast im Watt. Nicht umsonst wurde das deutsche, niederländische und dänische Wattenmeer von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Doch dieser außergewöhnliche Naturraum wird zunehmend durch Umweltschäden bedroht.

Immer deutlicher werden im Watt die Folgen von Schadstoffen aus Industrie und Landwirtschaft spürbar und auch Plastikabfälle und Überfischung stellen ein großes Problem dar. Eine besondere Bedrohung ist der Klimawandel und der damit verbundene Meeresspiegelanstieg. Dieser kann auf lange Sicht dazu führen, dass Wattflächen, Salzwiesen, Dünen und Strände oder sogar ganze Inseln mit ihrer einmaligen Natur verschwinden. In den vergangenen Jahrhunderten ist der Meeresspiegel aus natürlichen Gründen bereits angestiegen, wenn auch deutlich langsamer, als dies in Zukunft der Fall sein wird. Die Maßnahmen zum Küstenschutz, wie der Bau von immer höheren Deichen, von Dämmen oder Beton- und Steinkonstruktionen, war häufig mit erheblichen Naturzerstörungen verbunden. Dank der Bemühungen verschiedener Initiativen und Stiftungen, wie zum Beispiel des WWFs, sind Maßnahmen wie die Eindeichung großer Wattgebiete inzwischen nicht mehr zulässig. Um das Watt auch auf lange Sicht zu erhalten, ist allerdings noch viel zu tun.

Auf den Inseln und an der Küste gibt es inzwischen zahlreiche Bemühungen für den Umweltschutz, mancherorts zum Beispiel den Einsatz von Elektrobussen und eine starke Einschränkung des Autoverkehrs. Zwischen Emden und Borkum verkehrt die erste deutsche Fähre, die mit umweltfreundlichem Flüssiggas (LNG) betrieben wird. Auf Spiekeroog soll ein Pfandsystem für Kaffeebecher Müllprobleme reduzieren helfen, und Föhr setzt sich für einen bewussteren Umgang mit Plastik ein. Als Reaktion auf den Klimawandel werden an der Nordseeküste bereits jetzt große Mengen erneuerbarer Energie erzeugt, und die drei Wattenmeerstaaten Dänemark, Deutschland und die Niederlande haben 2010 beschlossen, dass die Wattenmeerregion bis 2030 klimaneutral sein soll. Außerdem möchte die deutsche Landesregierung alle Küstengemeinden dafür gewinnen, sich der Entwicklungszone des UNESCO-Biosphärenreservats anzuschließen. Dessen Ziele sind eine bewusste ökologische Nutzung von Land und Ressourcen, Umweltbildung und eine nachhaltige ökonomische und soziale Entwicklung. Das Niedersächsische Wattenmeer und das Schleswig-Holsteinsche Wattenmeer wurden bereits als Biosphärenreservate anerkannt.

Als Urlauber lohnt es sich, das umfangreiche Ausflugs- und Informationsprogramm zu nutzen und dabei auf entsprechende Qualitätsstandards zu achten. Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer werden zertifizierte Erlebnisfahrten angeboten, zum Beispiel Fahrten zu den Seehundbänken oder die Beobachtung von Meeressäugern und Vögeln. Anbieter und Begleitpersonal sind dabei besonders geschult und arbeiten eng mit der Nationalparkverwaltung zusammen. Außerdem wird streng darauf geachtet, dass die Tier- und Pflanzenwelt nicht gestört wird. Besucher der Insel Juist haben die Möglichkeit, an der Fahrradtour „Juist unplugged“ teilzunehmen, bei der ihnen der Nachhaltigkeitsexperte Thomas Vodde die ökologischen und sozialen Seiten der Insel zeigt. Und das Wattenmeer lässt sich am besten bei einer Wattwanderung oder im Erlebniszentrum Naturgewalten auf Sylt kennenlernen, das unter anderem auch Winterwattwanderungen anbietet.