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Medizin

COPD behandeln: Forschende sagen der chronischen Atemwegserkrankung weiter den Kampf an.
© Colourbox/Sergey Nivens

Künstliche Lunge sagt COPD den Kampf an

COPD ist mittlerweile einer der häufigsten Todesursachen weltweit. Umso wichtiger ist es, dass Forscherinnen und Forscher daran arbeiten, diesem traurigen Trend etwas entgegenzusetzen.

Atemnot, Husten und allgemeine Trägheit: Wer unter COPD leidet, also an einer chronischen Verengung der Atemwege, leidet an einer nicht heilbaren Krankheit. Auslöser kann die Schadstoffbelastung in der Umwelt, das Rauchen oder das eigene Erbgut sein. 

Ein Projektzusammenschluss um die enmodes GmbH aus Aachen, die Lungenklinik Köln-Merheim/Universität Witten-Herdecke und der ECC-Forschungsgruppe des Instituts für Physiologie der Uniklinik RWTH Aachen erhält nun für die Erforschung eines innovativen Lungenunterstützungssystems für COPD Patienten rund 2,1 Mio. EUR. Das Projekt wurde als eines von 10 Projekten ausgewählt, die aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union als Leuchtturmprojekt gefördert werden. 

Lebensqualität und Selbstbestimmung zurückgewinnen

Der Verbund erforscht ein Lungenunterstützungssystem, dass dauerhaft ausreichend CO2 aus dem Blut entfernen, und letztendlich die Anwendung im heimischen Umfeld ermöglichen soll. Durch die Neuentwicklung sollen Risiken bereits existierender Kurzzeit-Systeme erheblich reduziert werden, und eine dauerhafte Anwendung ermöglichen. Durch diesen Ansatz sollen Patienten ein hohes Maß an Lebensqualität und Selbstbestimmung zurückgewinnen. 

Neben der hohen Anzahl von Patienten sind die Krankheitsschwere und die damit einhergehende Einschränkung der Lebensqualität sowie die hohen Dauerkosten in der Behandlung eine enorme Belastung für Patienten und das Gesundheitssystem. Insbesondere Patienten in fortgeschrittenen Stadien sind in Ihrer Mobilität erheblich eingeschränkt oder bettlägerig. Die einzig rettende Maßnahme wäre eine Lungentransplantation, die aber bei dem enormen Organmangel in Deutschland nur für etwa 100 Patienten pro Jahr in Betracht kommt. In Anbetracht von vielen hunderttausend Patienten in fortgeschrittenen Stadien stellt dies keine echte Alternative dar. Daher sind dauerhafte künstliche Lungen ein Weg, um den Patienten ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. 

Quelle: Universität Witten/Herdecke