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Onkologie

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Fruchtbarkeitserhaltung für junge Krebspatienten

Ein Jahr nach dem Gesetz als Kassenleistung ist die Übernahme der Kosten für die Fertilitätsbehandlung noch immer nicht realisiert – Stellungnahme der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs.

Am 14. März 2019 hat der Bundestag die Änderung des § 27a SGB V beschlossen. Mit ihr wurden die fruchtbarkeitserhaltenden Maßnahmen für junge Krebspatienten zur Kassenleistung. Am 23. April 2020 fand vor dem Gemeinsamen Bundesausschuss die Anhörung zum ersten Entwurf einer Richtlinie statt, die für die Umsetzung des Gesetzes notwendig ist. Trotz überwältigender Einigkeit unter den Experten ist der Beginn der Kassenfinanzierung in der Praxis noch nicht abzusehen. Die bittere Realität für junge Betroffene: Bis zu 4.300 Euro sind in den meisten Fällen selbst zu finanzieren, wenn die Hoffnung auf eigene Kinder nach der Heilung erhalten bleiben soll.

Im Zeitplan des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) für die Richtlinie zur Umsetzung der Fruchtbarkeitserhaltung (Kryokonservierung) als Kassenleistung stand: „Beschluss- fassung Februar 2020“. Das ist längst Makulatur. Erst jetzt, am 23. April 2020, fand eine Experten-Anhörung zum ersten Entwurf der Richtlinie statt.

Fachgesellschaften befürworten Kostenübernahme

Die Einigkeit unter den medizinischen Experten aus knapp 20 Fachgesellschaften war beeindruckend. Allein 13 große Fachgesellschaften hatten eine gemeinsame schriftliche Stellungnahme abgegeben, die auch von der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs mitgetragen wird.

Die Experten machten konstruktive Verbesserungsvorschläge in einigen Details. Einhellig lehnten sie Leistungseinschränkungen ab, die von den Krankenkassen und zum Teil auch von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in den G-BA eingebracht worden waren. Demnach sollen danach Mädchen unter 18 Jahren von der Eizellkonservierung ausgeschlossen werden, und es sind weitere Einschränkungen an der oberen Altersgrenze geplant.

Wie geht es weiter?

Nach der Anhörung muss jetzt der Entwurf der Richtlinie überarbeitet werden – hoffentlich im Sinne der Experten-Vorschläge. Nach Beschluss der Richtlinie im Plenum des G-BA muss sie dem Bundesministerium für Gesundheit zur Genehmigung vorgelegt werden. Danach hat der Bewertungsausschuss2 sechs Monate Zeit, die notwendigen Leistungen mit Preisen (EBM- Ziffern) zu versehen. Ob junge Menschen noch im laufenden Jahr die gesetzliche Regelung von 2019 in Anspruch nehmen können, ist völlig offen


Quelle: Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs