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Onkologie

Blutproben
Ein neuer Bluttest macht es möglich, Hinweise auf Zellen solider Tumoren bereits frühzeitig zu erkennen – und zwar unabhängig von der Entität, aber mit hoher Sensitivität und Spezifität.
© Colourbox

Neuer universeller Krebstest für die Hausarztpraxis

Die Krebsfrüherkennung verbessern: Das ist das Ziel beim neuen universellen Krebstest PanTum Detect. Mit ihm sollen solide Tumoren bereits in frühen Stadien erkannt werden. Teil 2

Der Wendepunkt von einem lokal wachsenden Tumor zu einem aggressiven, metastasierenden Krebs ist kritisch für die Therapierbarkeit der Erkrankung. Wird der Tumor frühzeitig entdeckt, ist er  in den meisten Fällen noch operabel und kann erfolgreich therapiert werden. Mithilfe von PanTum Detect  ist es erstmals möglich, mit einem einfachen Bluttest schon frühzeitig alle soliden Tumorarten nachzuweisen – selbst Tumoren, für deren Nachweis sonst keine Bluttests zur Verfügung stehen. „Es ist unsere Vision, dass der Test als Standardcreening in der Arztpraxis etabliert wird und einmal jährlich durchgeführt wird“, erklärt Ralf Schierl, Geschäftsführer bei Zyagnum.

Welche Patienten kommen infrage?
Da der PanTum Detect Test das Immunsystem nutzt, um Tumoren zu detektieren, mus der Patient ein intaktes Immunsystem aufweisen. Es darf nicht durch die Einnahme von Medikamenten beeinflusst sein.
Ausschlusskriterien für die Durchführung des Tests sind:

  • die Einnahme bestimmter Medikamente: Antirheumatika, steroidale und nicht-steroidale Kortikoide, Metho­trexat, GM-CSF, Amygdalin, Steroid- und Chemotherapie, Radiotherapie
  • aktuell therapierte Autoimmunerkrankung
  • Operationen innerhalb der letzten acht Wochen vor Blutentnahme

Testergebnis liegt vor – und nun?
Der PanTum Detect weist Tumoren mit einer Sensitivität von 97,5% nach und schließt gesunde Personen mit einer Spezifität von 99,53% aus.
Bei einem negativen Ergebnis wird empfohlen, den Test im Folgejahr zu wiederholen. Ein Tumor entsteht nicht von heute auf morgen. Anhand der Intervalltestung lassen sich jedoch ansteigende Werte beobachten – ein Erkennen im Frühstadium wird so möglich.
Bei einem schwach positiven Ergebnis empfiehlt es sich, den Test nach drei Monaten zu wiederholen. Denn Einflüsse im Körper, beim Transport oder der Bearbeitung der Blutprobe können den Test Score nach oben verschieben.

Positives Ergebnis: Die nächsten Schritte planen
Bei einem PanTum Detect Score über 260  gilt der Test als positiv und es besteht der Verdacht auf das Vorhandensein eines Tumors. Um den Tumor zu lokalisieren, ist im ersten Schritt ein Tumor-Anamnesebogen hilfreich: Die eigene und familiäre Krankengeschichte des Patienten sowie seine Lebensgewohnheiten zeigen oft schon auf, für welche Tumorarten im individuellen Fall ein erhöhtes Risiko besteht.
Zur Bestätigung und weiteren Lokalisierung dienen neben indirekten Tests wie etwa Blutstatus-Test, CRP- oder BSG-Test die gängigen Tumormarker wie zum Beispiel PSA (Prostata), Alpha-fetoprotein (Leber, Hoden, Eierstöcke) oder LDH (Lymphom, Melanom, Leukämie).  Weitere Informationen bietet hier ein Untersuchungsleitfaden, den das Unternehmen zur Verfügung stellt.
Das genaueste und zuverlässigste Verfahren, einen Tumor zu bestätigen und zu lokalisieren, ist schließlich die Bildgebung mittels PET.

Aufklärung des Patienten
Der Patient muss wissen, dass die Durchführung des PanTum Detect Tests immer eine persönliche Entscheidung ist. Unabhängig von dem Test sollten in jedem Fall auftretende Beschwerden sofort diagnostisch abgeklärt und die anderen Vorsorgeuntersuchungen weiter genutzt werden.
Die jährlichen PanTum Detect Testungen können Patienten das beruhigende Gefühl vermitteln, umfassend vorgesorgt zu haben und es rechtzeitig zu erfahren, wenn wirklich einmal Handlungsbedarf bestehen sollte. Zudem belastet der Test den Patienten nicht körperlich, da eine einfache Blutabnahme genügt.

Abrechnung auf Selbstzahlerbasis
„Der Test ist ganz neu und schulmedizinisch noch nicht anerkannt, um von den Krankenkassen übernommen zu werden“, erklärt Schierl. Dafür seien weitere Studien erforderlich, die auch bereits durchgeführt werden. Die Abrechnung erfolgt auf Selbstzahlerbasis nach GOÄ. Mit dem einfachen Satz liegen sie bei ca. 114 Euro. Hierfür fallen folgende Ziffern an: Ziffer 3696 für Antiserum CD14, Ziffer 696 für Antiserum CD16, Ziffer 3696 für Antiserum TKTL1 (jeweils 33,22 Euro) sowie Ziffer 3697 für Antiserum Apo10 (14,57 Euro).
Damit künftig bei den Folgeuntersuchungen, die sich an einen positiven Befund anschließen, auch die PET-Bildgebung mit einem Kostenpunkt von 1.300 Euro von den Krankenkassen übernommen wird, startet zum Ende diesen Jahres eine Validierungsstudie mit rund 5.000 Pa-­tienten (www.darmstadt-sorgt-vor.de).
In dieser Studie wird der Test mit 114 Euro regulär bezahlt, alle weiteren diagnostischen Folgekosten übernimmt das Unternehmen Zyagnum.

Info-Material zum PanTum Detect Test für Sie und Ihre Patienten können Sie anfordern unter info@pantumdetect.com oder telefonisch unter 06151 365 31 99

Birgit Bok

Mit freundlicher Unterstützung der Zyagnum AG, Pfungstadt