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Medizin

BU: Ob der Patient männlich oder weiblich ist, beeinflusst die Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt offenbar nicht.
© Colourbox

Aktuelle Daten zum Herzinfarkt: Keine Geschlechterunterschiede

Berücksichtigt man Alter und Risikofaktoren, dann haben Frauen keine höhere Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt als Männer. Auch bei der Akuttherapie gibt es keine Unterschiede.

Unter der statistischen Berücksichtigung von Alter und Risikofaktoren besteht zwischen Frauen und Männern kein signifikanter Unterschied in der Krankenhaus-Sterblichkeit nach ST-Hebungsinfarkt (STEMI), und die Prozeduren bei der Akuttherapie sind bei beiden Geschlechtern gleich. Das zeigt eine aktuelle Studie, die auf der 84. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim präsentiert wurde.

In einer Reihe von Studien wurde über eine höhere Mortalität nach Herzinfarkt von Frauen im Vergleich zu Männern berichtet. Ein immer wieder herangezogener Erklärungsansatz ist, dass dabei Unterschiede bei der Akutbehandlung eine Rolle spielen könnten. 

In der aktuellen Analyse wurden Daten von 8.938 Frauen und 23.241 Männern untersucht. Die beiden Gruppen unterschieden sich statistisch signifikant in zahlreichen Variablen, einschließlich der Krankenhaus-Mortalität, die 10,8 bei Frauen und 7,1 Prozent bei Männern betrug. „Der Unterschied in der Sterblichkeit kann zu einem Großteil durch den Altersunterschied zwischen Frauen und Männern erklärt werden“, erklärt Dr. Kurt Bestehorn, Institut für Klinische Pharmakologie, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden, einer der Studienautoren. „Hinsichtlich der in den Kliniken durchgeführten Prozeduren ergaben sich keine Unterschiede zwischen beiden Geschlechtern.“

Intraprozedurale Ereignisse waren bei beiden Geschlechtern mit jeweils insgesamt 0,3 Prozent gleich häufig, darunter Reanimation mit 0,1 Prozent und Tod im Katheterlabor mit 0,02 Prozent. Auch bei den post-prozeduralen Ereignissen wie Myokardinfarkt (jeweils 0,1 Prozent), transitorische ischämische Attacke oder Schlaganfall (0,2 Prozent bei Frauen; 0,1 Prozent bei Männern), Reanimation (jeweils 0,6 Prozent) und der Krankenhaus-Sterblichkeit (4,1 Prozent bei Frauen und 3,6 Prozent bei Männern) zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede.

Quellen:

  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.
  • K. Bestehorn et al. Different in-hospitality mortality and treatment for men and women? A risk adjusted analysis of German quality assurance data. Clin Res Cardiol 107, Suppl 1, April 2018