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Medizin

Brustkrebs
Neben genetischen Veränderungen spielen auch epigenetische Aspekte eine Rolle beim familiären Brustkrebs. © Colourbox

Familiärer Brustkrebs nicht nur genetisch vererbbar

Australischen Forschern ist es gelungen vererbbare, nicht genetische Marker bei familiärem Brustkrebs zu finden. Die Krebsfrüherkennung kann dadurch erheblich verbessert werden.

Mutationen von bekannten Brustkrebsgenen wie etwa BRCA1 oder BRCA2 können nur bei etwa 20% der Frauen festgestellt werden, denen ein Gentest aufgrund der familiären Brustkrebsbelastung angeboten wird. Wissenschaftler der University of Melbourne, allen voran Professor Melissa Southey, haben 210 Personen aus 25 verschiedenen Brustkrebs-vorbelasteten Familien befragt. Dabei haben sie 24 zuvor unbekannte epigenetische Veränderungen gefunden, die das Brustkrebsrisiko der Frauen beeinflussen und die über Generationen hinweg weitergegeben wurden, ohne die DNA-Sequenz der Gene zu verändern.

Vorhersage verbessert

„Die Mehrheit der Frauen, die sich den Gentests unterzogen haben, hatten keine Erklärung für die Brustkrebsveranlagung," so Melissa Southey von dem Department of Clinical Pathology der University of Melbourne und Chair of Precision Medicine der Monash University. „Diese bahnbrechende Forschungsarbeit hilft nicht nur Frauen aus Familien mit vielen Brustkrebs-Vorkommnissen, sondern wird die Vorhersage des Brustkrebs-Risikos für alle Frauen verbessern. Somit wird der Weg für neue epigenetische Therapiemöglichkeiten für Brustkrebs geebnet."

Die im Journal Nature Communications veröffentlichte Studie untersucht die epigenetische Veränderungen namens DNA Methylierung, wobei Methylgruppenchemikalien die DNA beeinflussen, ohne deren Sequenz zu verändern. Die DNA Methylierung kann genetische Vielfalt nachahmen. Diese Studie ist eine der ersten, die das Genom systematisch nach Bereichen scannt, wo DNA Methylierung vererbt werden kann und die erste, die diese Methode bei familiären Brustkrebs anwendet.

Modell auf andere Krankheiten übertragbar

Dr. James Dowty, Statistiker der University of Melbourne, sagt: „Unsere Forschungsmethoden waren sehr erfolgreich im Bereich Brustkrebs. Sie können jederzeit auf andere vererbbare Krankheiten ausgeweitet werden. Unsere Arbeit ist das Resultat einer Kollaboration von Molekularbiologie und Statistik - ein Beispiel von vielen in der heutigen modernen Medizinforschung." Der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr Eric Joo (University of Melbourne und Monash University) fügt hinzu: "Einige Menschen wissen, dass sie aus einer durch Brustkrebs vorbelasteten Familie stammen, aber sie besitzen keine Mutation auf den bekannten Brustkrebsgenen. Diese Studie soll zeigen, warum manche dieser Personengruppen dann doch ein gehäuftes Brustkrebs-Vorkommen haben." Joo hofft darauf, weitere Tests entwickeln zu können, um die Brustkrebs-Methylisierungsmarker noch besser ausfindig zu machen.

Quelle: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann