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Dermatologie

Tattoo
Mehrfarbige Profi-Tätowierungen sind eine besondere Herausforderung für die Laser-Technologie.
© Colourbox

Tattoos entfernen: Was ist heute machbar?

Neue Laser bringen nicht nur Fortschritte bei der Entfernung von Tattoos und Permanent-Makeup: auch postinflammatorische Pigmentierungsstörungen lassen sich besser vermeiden.

Die inzwischen verfügbaren Picosekundenlaser mit neuen und variablen Wellenlängen erweitern die therapeutischen Möglichkeiten, insbesondere bei schwierig zu entfernenden Farben, so die Erwartung. Bisher gab es noch keinen Picosekundenlaser, der über alle erforderlichen Wellenlängen verfügt. Das Entfernen aller Farben und Haut­töne mit einem Gerät ist derzeit noch nicht möglich. In einer neueren Studie konnte allerdings die Behandlung mit einem Nd:YAG-Picosekundenlaser mit variablen Wellenlängen deutlich vereinfacht werden. Mit 1064 nm gelang die erfolgreiche Entfernung von blauer, schwarzer und purpurner Tinte, während für rote und gelbe Tinte eine Wellenlänge von 532 nm benutzt wurde.

Cave überzogene Erwartungen
Die Inzidenz von dauerhaften Hypo­pigmentierungen ist mit dem Picosekundenlaser – verglichen mit dem Nano­sekundenlaser – deutlich niedriger, besonders bei den dunklen Hauttypen IV und V. Die praktischen Erfahrungen zeigen jedoch auch, dass die großen Vorschusslorbeeren nicht selten zu überzogenen Erwartungen hinsichtlich des Erfolges geführt haben. So ist die Hoffnung, dass der Picosekundenlaser deutlich weniger schmerzhaft ist, nicht haltbar. Ein dermatologisches Schmerzmanagement ist weiterhin erforderlich.
Zu den Mythen gehört auch die Ansicht, dass mit dem Picosekundenlaser die Anzahl der Sitzungen verringert werden könne. Bisher unpublizierte Daten klinischer Studien zeigen zwar, dass mit der R20-Methode mit einem Picosekundenlaser eine 75%-Tattoo-Entfernung in 1–2 Sitzungen möglich ist1. Allerdings sind derartig kurze Behandlungen noch klinische Zukunftsmusik. In der Praxis variiert die Zahl der Sitzungen individuell und hängt von der Art des Tattoos, dem Alter sowie dem Hauttyp des Patienten ab. Für die Entfernung von Profi-Tätowierungen sind aufgrund der höheren Pigmentdichte und Farbenvielfalt in der Regel mehr Sitzungen erforderlich als für einfarbige Laientätowierungen3. Das dürfte dazu führen, dass die Picosekundenlaser trotz des großen Investitions-volumens bei einem zunehmenden Anteil von Patienten mit Tattooentfernung zum Einsatz kommen werden.

Dr. Alexander Kretzschmar

1. Jakus J & Kailas A. J Clin Aesthet ­Dermatol. 2017; 10(3): 14–15
2. Ho S & Goh CL. J Cutan Aesthet Surg. 2015; 8(1): 9–15
3. Heise H. Tattooentfernung – What Matters? Jahres­kongress 2017 der Schweizerischen Gesellschaft für medizinische Laseranwendungen (SGML), Zürich