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Medizin

Nahaufnahme von Akne am Hals und im Gesicht einer Frau
Mit dem neuen SAHS-Score wird auch die Schwere der Erkrankung erfasst.
© Colourbox/ Bad Man Production

SAHS: Neuer Score für Akne Inversa

Mit einem neuen Bewertungssystem können Ärztinnen und Ärzte künftig zwischen einfachen, mittelschweren und schweren Formen der Akne Inversa unterscheiden.

An der entzündlichen Hauterkrankung leiden in Deutschland etwa eine Million Menschen. Zuvor hatte es keinen international anerkannten Score gegeben, mit dem sich die Schwere der Erkrankung beurteilen ließ. Mediziner um Prof. Dr. Falk Bechara von der dermatologischen Universitätsklinik im St. Josef-Hospital der Ruhr-Universität Bochum stellen ihr System in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology vor.

Individuelle Patientendaten einbezogen

Bisherige Bewertungssysteme für Akne Inversa, auch Hidradenitis Suppurativa genannt, hatten individuelle Patientendaten, wie etwa Schmerzen oder die Anzahl an Schüben, nicht berücksichtigt. Außerdem konnten die Systeme nicht flexibel für die Kontrolle des Therapieverlaufs eingesetzt werden. Diese Probleme behebt das neue „Severity Assessment of Hidradenitis Suppurativa”, kurz SAHS.

Die Mediziner testeten und validierten den Score an 355 Patientinnen und Patienten. „Mit dem SAHS Score steht nun erstmalig ein Bewertungssystem zur Verfügung, das sowohl die Entzündungsaktivität einfacher kalkulieren kann, als auch patientenorientierte Daten erfasst. Dies ist nicht nur für den klinischen Alltag entscheidend, sondern auch von großem Interesse für zukünftige wissenschaftliche Studien“, so Bechara.

Die Akne Inversa, auch Hidradenitis Suppurativa genannt, ist eine chronisch entzündliche und schubweise verlaufende Hauterkrankung und gehört zu den schwerwiegendsten dermatologischen Krankheitsbildern überhaupt. Zu spät erkannt und nicht adäquat behandelt verschlechtert sich der Gesundheitszustand, bis die Krankheit oft in schweren irreversiblen Gewebeschäden endet. „Nur wenige dermatologische Erkrankungen sind so belastend für den Patienten und gleichzeitig so schwer zu therapieren“, erklärt Bechara.

Quelle: Ruhr-Universität Bochum