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Medizin

Traktor auf Getreidefeld
Menschen mit Outdoor-Berufen sind besonders gefährdet.
© Sascha Hübers/pixelio.de

4.000 Fälle berufsbedingter Hautkrebs

Seit 2015 wird der helle Hautkrebs in Deutschland als Berufskrankheit anerkannt. Zu den besonders gefährdeten Gruppen gehören Menschen in den sogenannten Outdoor-Berufen, die in der Bauindustrie, im Gartenbau oder in der Landwirtschaft tätig sind.

Im Jahr 2017 wurden mehr als 6.000 Fälle von hellem Hautkrebs an die Unfallversicherungen gemeldet und fast 4.000 als Berufskrankheit anerkannt wurden. Die Dunkelziffer sei deutlich höher, schätzt Prof. Peter Elsner von der Universitäts-Hautklinik Jena. Denn nicht alle Betroffene stellten sich bei ihrem Hautarzt vor. Etwa drei Millionen Menschen arbeiten deutschlandweit im Außenbereich und sind täglich den krebsauslösenden Einflüssen der Sonne ausgesetzt. „Eine regelmäßige dermatologische Untersuchung ist bei allen Outdoorworkern zu empfehlen“, so Elsner. Im Falle einer Diagnose kann dann eine Meldung an die gesetzliche Unfallversicherung erfolgen. Denn nur wenn diese über eine Erkrankung informiert wurde, kann die Berufskrankheit anerkannt werden.

Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung

Sobald die Berufskrankheit anerkannt ist, erfolgt die Behandlung lebenslang zu Lasten der gesetzlichen Unfallversicherung. Deren Leistungen sind umfangreicher als die der gesetzlichen Krankenversicherungen. In schweren Fällen können Betroffene auch eine Rente der Unfallversicherung erhalten.

Mehr Sonnenschutz im Beruf

Für einen besseren Schutz der Risikogruppe fordert Elsner vermehrte Anstrengungen zum Sonnenschutz im beruflichen Bereich. Dies könne durch technische Maßnahmen wie Beschattungen erfolgen, aber auch durch textilen Sonnenschutz und geeignete Sonnenschutzpräparate. „Viele Unternehmen haben die einfachen Möglichkeiten zur Hautkrebsprävention noch nicht erkannt, geschweige denn umgesetzt“, meint Elsner.

Hellen Hautkrebs erkennen

Der helle Hautkrebs zeigt sich bereits lange in einer Vorstufe mit Rötungen und Schuppungen an Hautbereichen, die intensiv der Sonne ausgesetzt sind, also im Gesicht und auf den Handrücken. Diese aktinischen Keratosen können später in invasive Plattenepithelkarzinome übergehen. Sie können Knoten oder Geschwüre bilden und über Tochtergeschwülste auch tödlich verlaufen. Für die aktinischen Keratosen stehen Hautärzten wirksame medikamentöse Therapien zur Verfügung. Haben sich bereits Plattenepithelkarzinome entwickeln, muss meist operativ behandelt werden.

Quelle: Deutsche Dermatologische Gesellschaft