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Dermatologie

Grafische Darstellung Leber in Skelett
In welchem Zusammenhang stehen schwere Psoriasis vulgaris und Leberfibrose?
© Colourbox/goanovi

Schwere Psoriasis: Cave Leberfibrose!

Patienten mit schwerer Psoriasis vulgaris sollten unabhängig von der Art der systemischen Behandlung auf Vorliegen einer Leber­fibrose gescreent werden. Dies legen die Ergebnisse der prospektiven Observationsstudie CORE (Co-morbidities in Severe Psoriasis) nahe.

In der im Großraum London durchgeführten Observationsstudie hatte jeder siebte der 333 mittels transienter Elastographie (Fibroscan®) untersuchten Patienten mit schwerer Psoriasis vulgaris (PsO, PASI > 10) eine bereits fortgeschrittene Leberfibrose. Patienten mit einer schweren PsO haben per se ein deutlich erhöhtes Risiko einer Leberfibrose. Die Leberfibrose wird durch eine systemische Entzündung begünstigt, die über den Interleukin(IL)-17 Signalweg vermittelt wird. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, Insulinresistenz, erhöhte AST-­Leberwerte (Aspartat-Aminotransferase).
Die Teilnehmer entsprachen dem „typischen“ Patienten mit schwerer PsO in Großbritannien, so die Autoren. 73,6% waren Männer mit einem mittleren Alter von 44,4 Jahren und einem BMI von 28,4. In der Observationsstudie war Methotrexat (MTX) kein signifikanter Risikofaktor, allerdings zeigte eine Metaanalyse eine Häufung von Leber­fibrose nach Beginn einer Therapie mit MTX. Der Alkoholkonsum war in der Observationsstudie niedriger als sonst angegeben. Ein Bias bei dieser Patienten­information ist daher nicht auszuschließen.

Literatur: Maybury CM et al. JAMA Dermatol. Published online June 5, 2019 doi:10.1001/jamadermatol.2019.0721

Dr. Alexander Kretzschmar