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Dermatologie

Zahnarztpraxis
Neue Risiko-Gruppe: Zahnärzte
© Rainer Gräser / pixelio.de

BCC: Neue Risikogruppe Anwälte und Zahnärzte

Bisher galten Männer mit Out-Door-Berufen als gefährdet. Neue Daten zeigen jedoch, dass inzwischen Rechtsanwälte, Ärzte oder Zahnärzte ein vielfach höheres BCC-Risiko besitzen.

In Deutschland erkranken pro Jahr rund 160.000 Einwohner neu an einem BCC, Männer und Frauen sind etwa gleichermaßen betroffen. Das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren, wobei zunehmend auch Jüngere erkranken. Gute epidemiologische Daten zu Inzidenzen und Risikogruppen gibt es jedoch nicht, beklagen schwedische Dermatologen. Sie führen dies darauf zurück, das BCC häufig nicht in Krebsregister aufgenommen werden. In einer Fall-Kontroll-Studie wurden jetzt 74.247 BCC-Patienten aus dem Swedish Cancer Registry mit ≥  2 bestätigten BCC mit insgesamt 574.055 gematchten Patienten ohne BCC verglichen. Als Referenzpopulation dienten 24.169 Bauern, Waldarbeiter und Gärtner. 

Risikofaktor Freizeitgestaltung

Der Vergleich ergab für zahlreiche In-Door-Berufe eine höhere Wahrscheinlichkeit eines BCC im Vergleich zur Referenzgruppe. Mit einer OR von ≥ 2,50 führten Rechtsanwälte und Zahnärzte die Risiko-Hitliste an. Knapp dahinter rangierten Ärzte, Verkäufer, Kabinenpersonal in Flugzeugen und andere ärztliche Berufe. In allen Berufsgruppen waren Männer etwas stärker gefährdet als Frauen. Auffällig ist, so die Autoren, dass die Berufe an der Spitze der Rangliste einen vergleichsweise hohen sozioökonomischen Status besitzen. Bei vielen Medizinberufen besteht jedoch zusätzlich das Risiko einer vermehrten beruflichen Exposition ionisierender Strahlung. Möglicherweise sind diese Berufe auch überrepräsentiert, weil hier eine aufmerksamere Überwachung hinsichtlich Hauttumoren erfolgt.

Als Ursache dieser Verschiebung der Risikopopulation nimmt man an, dass vor allem die UV-Exposition in der Freizeit einen immer höheren Anteil ausmacht. Beim weiblichen Kabinenpersonal von Flugzeugen hat man festgestellt, dass diese deutlich mehr Zeit in sonnigen Gegenden verbrachten und mehr Sonnenbrände erlitten als beispielsweise Bauern und Waldarbeiter und Gärtner mit weniger häufiger, aber regelmäßiger Sonnenexposition. Gleichzeitig wird bei Out-Door-Berufen inzwischen deutlich mehr Wert auf einen ausreichenden Sonnen- bzw. UV-Schutz gelegt.

Dr. Alexander Kretzschmar

Literatur: Lindelöf B et al. Shift in Occupational Risk for Basal Cell Carcinoma from -Outdoor to Indoor Workers: A Large Population-based Case-control
Register Study from Sweden. Acta Derm Venereol 2017; 97: 830–833