Newsletter

Pneumologie

Symbolbild Lunge
Lunge in Not: Wem helfen Biologika?
© Colourbox

Asthma: Biologika zu selten eingesetzt?

In schweren Fällen sollte eine Therapie mit oralen Kortikosteroiden hinterfragt werden.

Die Auswertung einer großen niederländischen Apothekendatenbank zeigt, dass etwa ein Drittel der Asthmapatienten, die hochdosierte inhalative Kortikosteroide (ICS) plus langwirksame Beta-Agonisten verwendeten, auch mit oralen Kortikosteroiden (OCS; ≥ 420mg/Jahr) behandelt werden. Im Rahmen des diesjährigen ERS-Kongresses in Madrid betonte Dr. Katrien Eger, Amsterdam/Niederlande: „Asthmapatienten, die hohe Dosen oraler Steroide einnehmen, haben das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen wie z. B. von Diabetes, Osteoporose oder einer Nebennieren-insuffizienz.“

78% der OCS-behandelten Patienten zeigten eine geringe Therapietreue und/oder nutzten falsche Inhalationstechniken. Eger forderte daher dazu auf, vor jeder Verordnung eines OCS bei den betroffenen Patienten die Inhalationstechnik zu überprüfen und auf die Bedeutung einer hohen Adhärenz hinzuweisen. Außerdem sollte zumindest bei den restlichen 22% der Patienten mit schwerem Asthma eine Therapie mit Biologika erwogen werden.

„Wenn wir unsere Ergebnisse aus der Datenbank auf die niederländische Allgemeinbevölkerung hochrechnen, würde dies bedeuten, dass etwa 6.000 Patienten mit schwerem Asthma Kandidaten für eine Biologika-Therapie sind – 1,5% aller Asthmapatienten. Aber weniger als die Hälfte (46%) von ihnen erhalten tatsächlich Biologika“, so Eger.

Ihrer Einschätzung nach könnte die Behandlung mit Biologika trotz des hohen Preises auch wirtschaftliche Vorteile haben, wenn gezielt diejenigen Patienten identifiziert und behandelt würden, die von Biologika profitieren können.
mw

Quelle:Kongress der European Respiratory Society (ERS) vom 28. September bis 2. Oktober 2019 in Madrid/Spanien