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Pädiatrie

Kind juckt seinen Arm
Genetische Faktoren erscheinen wichtiger als Umwelteinflüsse bei der Entwicklung von Ekzemen zu späteren respiratorischen Erkrankungen.
© fotolia/kwanchaichaiudom

Frühe AD: erhöhtes Risiko für Asthma und Nahrungsmittelallergien?

Risiken des allergischen Asthmas und Allergien gegen Nahrungsmittel bei Kindern kündigen sich sehr frühzeitig über Symptome der atopischen Dermatitis (AD) an und zeigen, dass sie je nach Phänotyp typische Komorbiditäten sind.

Schon vor dem zweiten Lebensjahr weisen über 60% der Kinder mit AD erste Hautsymptome auf, die einen typischen Verlauf hin zu deutlich höheren Risiken wie Asthma, allergische Rhinitis und Nahrungsmittelallergien ankündigt. Die Risikoerhöhung steigt je nach Phänotyp und früher AD um das Zwei- bis Siebenfache.

Die klinische Forschung bemüht sich, diese Risikogruppen mit der Entwicklung hin zu schweren Komorbiditäten der AD zu charakterisieren. Dabei, so Prof. Dr. Tomas Werfel, Hannover, lässt sich aus Geschwister- und Zwillingsforschung erkennen, dass genetische Faktoren wichtiger erscheinen als Umwelteinflüsse bei der Entwicklung von Ekzemen zu späteren respiratorischen Erkrankungen. Beste Hinweiszeichen auf Risikofaktoren sind die Filaggrin-Loss-of-Function-Mutationen. Sie scheinen wesentlich beteiligt an der AD-Entstehung und dem Weg vom Ekzem zum allergischen Asthma. Insofern sollte die frühe AD durch konsequente Basistherapie des Hautbarrieredefekts als Prävention gegen die zukünftige Entwicklung des Asthmas angesehen werden.

Dr. Barbara Nickolaus

Quelle: DermaUpdate am 16. und 17. November 2018 in Berlin.