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Kardiologie

Mann mit Brustschmerzen
Die genaue Ursache des "Broken Heart Syndromes" ist nicht geklärt.
© Colourbox

„Broken Heart Syndrome“: Hohes Schlaganfall-Risiko

Nach einer Stress-Kardiomyopathie ist das Risiko, innerhalb von fünf Jahren einen Schlaganfall zu erleiden, deutlich höher als nach einem Herzinfarkt.

Patienten mit einer Stress-Kardiomyopathie erleiden innerhalb von fünf Jahren nach diesem Ereignis deutlich häufiger einen Schlaganfall als Herzinfarkt-Patienten. Das zeigt eine Studie der Universitäts-Medizin Mannheim, die auf der 84. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim präsentiert wurde. Für die Untersuchung wurden Patienten aus der Universitätsmedizin Mannheim, Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung, eingeschlossen und über fünf Jahre nachbeobachtet.

Die Stress-Kardiomyopathie – auch Takotsubo-Syndrom oder Broken-Heart-Syndrome – ist eine akut einsetzende, vorübergehende Funktionsstörung des Herzens, die Frauen häufiger betrifft als Männer. Die genaue Ursache ist nicht geklärt, das Syndrom kann wiederholt auftreten und mit mehreren Komplikationen einhergehen, zum Beispiel Thromboembolien, kardiogenem Schock oder Rhythmusstörungen und erhöhter Sterblichkeit. „Die Prognose des Takotsubo-Syndroms wurde früher als günstig eingeschätzt. Neuere Studien zeigen aber, dass Betroffene eine gleich hohe Mortalität haben wie Patienten mit einem akuten Herzinfarkt“, so Dr. Ibrahim El-Battrawy von der Universitätsmedizin Mannheim. „Unsere Daten zeigten, dass die Langzeit-Inzidenz für Schlaganfälle nach fünf Jahren bei Patienten mit dem Takotsubo-Syndrom mit 6,5 Prozent deutlich höher war als bei Patienten mit Herzinfarkt mit 3,2 Prozent.“

Ein Vergleich der Komorbiditäten sowie der Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Vorhofflimmern, Lungenerkrankungen, Diabetes mellitus, Adipositas und Bluthochdruck erbrachte keinen relevanten Unterschied. „Interessanterweise litten mehr Patienten in der Gruppe mit Stress-Myokardiopathie an Karzinomen als in der Herzinfarkt-Gruppe,“, so Dr. El-Battrawy. „Eine mögliche Assoziation wird in weiteren Studien zu klären sein.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.