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Kardiologie

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Neue Leitlinie empfiehlt Kombipräparate zur Blutdrucksenkung

Einzelsubstanzen haben in der Behandlung von Bluthochdruck ausgedient. Die neu publizierte europäische Leitlinie für die Behandlung von Bluthochdruck empfiehlt den Einsatz von Fixdosis-Kombinationen.

Die gemeinsam von der „European Society of Hypertension“ (ESH) und der European Society of Cardiology (ESC) entwickelte Europäische Leitlinie für die Behandlung von Bluthochdruck wurde jetzt anlässlich des ESC-Kongresses publiziert. Eine Neuerung mit großer Bedeutung für die klinische Praxis in Deutschland ist die Empfehlung von Fixdosis-Kombinationen. „Die medikamentöse Therapie soll nun primär als Zweifach-Kombinationstherapie aus ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB) und Kalziumantagonist oder Thiaziddiuretikum erfolgen, die Monotherapie hat als Erstlinientherapie ausgedient“, so fasst Prof. Dr. Bernhard K. Krämer, Mannheim, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutschen Gesellschaft für Hypertonie und Prävention e.V., die wesentliche Änderung zusammen.

Neuer Therapiestandard sind also „2 in 1“-Blutdrucksenker (bzw. „3 in 1“). Noch sieht der Behandlungsalltag in Deutschland aber ganz anders aus: Die Kombinationspräparate machen derzeit nur rund 15% der verschriebenen Blutdrucksenker aus (Anteil der Zweifach-Kombinationen: 14%; Anteil der Dreifachkombinationen: 1%), das Gros der Patienten wird mit Einzelsubstanzen behandelt und muss bei Bedarf bis zu drei verschiedene Blutdrucksenker einnehmen. Um eine leitliniengerechte Therapie zu ermöglichen, muss jetzt der KBV-Medikationskatalog [2] entsprechend angepasst und die Kombinationspräparate priorisiert werden. Das wird mit höheren Kosten für die Krankenkassen einhergehen, da Präparate mit einer Mehrfachkombination derzeit oft teurer sind als die Einzelwirkstoffe. Dieses Investment lohne sich aber und sei auch nicht ohne Grund von der europäischen Leitlinienkommission empfohlen worden. „Es gibt viele Studien, die zeigen, dass die Therapietreue mit der Anzahl der Tabletten, die eingenommen werden müssen, abnimmt. Werden Mehrfachkombinationen verschrieben, kann das die Zahl der Patienten, die eine erfolgreiche und anhaltende Blutdrucksenkung erreichen, erhöhen. Mehrfachkombinationen mögen zwar teurer sein, aber sie können helfen, viele Schlaganfälle, Herzinfarkte und andere Folgekomplikationen zu verhindern“, so Professor Krämer. „Kombinationspräparate haben darüber hinaus den Vorteil, dass mehrere Wirkstoffe in einer Tablette z.T. in niedrigerer Dosierung kombiniert werden, was die Tabletten in der Regel nebenwirkungsärmer macht.“

Quelle: Deutsche Hochdruckliga