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Allgemein Medizin

graphische Darstellung eines Fötus' im Bauch einer schwangeren Frau
Ausschnitt aus dem Informationsflyer, der ab Mitte März in gynäkologischen und nephrologischen Praxen bzw. Abteilungen ausliegt. © DGfN

Weltnierentag: Präeklampsie im Fokus

Das Motto des Weltnierentags am 8. März 2018 lautet "Nieren- und Frauengesundheit".

Eine gravierende Schwangerschaftskomplikation, welche auch die Nierengesundheit in Mitleidenschaft ziehen kann, ist die Präeklampsie. Frauen, die diese Komplikation durchlebt haben, haben ein dreimal so hohes Risiko, im Laufe ihres Lebens dialysepflichtig zu werden. Umgekehrt kann eine zugrundliegende Einschränkung der Nierenfunktion bei Schwangeren das Risiko einer Präeklampsie erhöhen. Nierenexperten und Frauenärzte haben daher zum Weltnierentag eine gemeinsame Informationsoffensive gestartet.

 

Eine gefährliche Schwangerschaftskomplikation, welche die Nierengesundheit in Mitleidenschaft ziehen kann, ist die Präeklampsie, umgangssprachlich auch „Schwangerschaftsvergiftung“ genannt. Erste Anzeichen sind Bluthochdruck und Eiweiß im Urin, die Erkrankung kann schwerwiegende Folgen für die Gesundheit von Mutter und Kind haben. Die Fachärzte für Nephrologie und Gynäkologie haben zum diesjährigen Weltnierentag den Informationsflyer „Beste Aussichten für Ihr Baby und Ihre Nieren“ entwickelt. Dieser informiert schwangere Frauen über das Krankheitsbild sowie über Therapie und Nachsorge. Der Informationsflyer wird ab Mitte März in gynäkologischen und nephrologischen Praxen und Abteilungen ausliegen.

Frauen, die eine Präeklampsie durchlitten haben, sind ihr Leben lang gefährdet, eine chronische Nierenkrankheit („chronic kidney disease“/CKD) zu entwickeln. Sie haben im Vergleich zu gleichaltrigen Frauen ohne diese Schwangerschaftskomplikation sogar ein über dreimal so hohes Risiko, im Laufe ihres Lebens dialysepflichtig zu werden. Daher ist es von besonderer Bedeutung, dass diese Frauen wissen, wie sie ihre Nierenfunktion schützen können.

„Auch wenn nur etwa zwei bis drei von 100 Frauen in der Schwangerschaft eine Präeklampsie entwickeln, ist die Nierenvorsorge bei diesen Risikopatientinnen wichtig. Wir erleben immer wieder, dass Frauen, die diese Schwangerschaftskomplikation durchlebt haben, wenige Jahre nach der Entbindung Dialysepatientinnen werden – und das hätte man in vielen Fällen verhindern können“, erklärt Prof. Dr. med. Mark Dominik Alscher, Stuttgart, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN). „Wir müssen die wesentlichen Präventionsmaßnahmen an die Frau bringen.“

Neben Nichtrauchen gehören dazu ausreichend Bewegung und das Erreichen eines normalen Körpergewichts. Bei Diabetikerinnen ist zudem eine optimale Zuckereinstellung und bei Patientinnen mit Bluthochdruck eine Senkung der Blutdruckwerte in den Zielbereich erforderlich, um die Nierengesundheit möglichst lange zu erhalten. Auch die Früherkennung einer abnehmenden Nierenfunktion ist wichtig, um rechtzeitig gegensteuern und eine terminale Nierenerkrankung möglichst lange hinauszögern zu können. Die regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion beim Hausarzt (oder ggf. beim Frauenarzt) ist ohnehin ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre im Leistungskatalog vorgesehen, sie könnte bei Frauen mit Präeklampsie bereits früher erfolgen. Bei Bedarf, ab einer GFR unter 45 mg/min/1,73 m2 oder wenn die GFR unter 60 mg/min/1,73 m2 gefallen ist und die Patientin gleichzeitig weitere Risikofaktoren (Eiweiß oder Blut im Urin, Bluthochdruck etc.) aufweist, sollte eine Überweisung zum Nierenspezialisten (Nephrologen) erfolgen.

Verschiedene Studien zeigen, dass umgekehrt eine vorbestehende Nierenkrankheit auch ein bedeutsamer Risikofaktor für die Präeklampsie ist. Doch oft ist jungen Patientinnen im gebärfähigen Alter nicht bekannt, dass sie unter einer Einschränkung der Nierenfunktion leiden, denn Symptome entwickeln sich erst spät im Verlauf. Priv.-Doz. Dr. Dietmar Schlembach, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V., unterstreicht die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit. „Da viele junge Frauen nicht regelmäßig zum Hausarzt gehen, kommt uns Frauenärzten eine wichtige Schlüsselrolle bei der Diagnose und Früherkennung von chronischen Nierenerkrankungen zu.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN)