Newsletter

Allgemein Medizin

© Colourbox

Online-Programm hilft depressiven Hausarztpatienten

Ein Online-Programm kann bei Patienten mit leichten und mittelschweren Depressionen zusätzlich zur Behandlung durch ihren Hausarzt die depressive Symptomatik reduzieren, so eine aktuelle Studie.

Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig haben die Wirksamkeit des Online-Programms „moodgym“ für Menschen mit leichten und mittelschweren Depressionen nachgewiesen. Das Online-Programm steht Patienten im Internet anonym und kostenfrei zur Verfügung. Das Selbstmanagementprogramm ist eine Hilfe zur Selbsthilfe und basiert auf Theorien und Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie. Die Teilnahme ist anonym und kostenfrei. Das Online-Selbstmanagementprogramm wurde von australischen Wissenschaftlern speziell zur Vorbeugung und Linderung depressiver Symptome entwickelt und von Wissenschaftlern der Universität Leipzig in die deutsche Sprache übersetzt. Das Selbstmanagementprogramm ist eine Hilfe zur Selbsthilfe und basiert auf Theorien und Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie.  "Moodgym hilft mit interaktiven Übungen dabei, negative Gedankenmuster zu erkennen und durch neue zu ersetzen. Nutzer erhalten wertvolle Tipps und Anregungen, um mit Problemsituationen und Stress besser umzugehen. Das Programm ist zeitlich flexibel nutzbar. Es steht in der deutschen Version kostenfrei und anonym für jeden im Internet zur Verfügung.

An der randomisierten, kontrollierten Untersuchung nahmen 647 Patienten aus insgesamt 112 Hausarztpraxen in Mitteldeutschland teil. In dem Programm können nacheinander fünf Übungsbausteine bearbeitet werden zu den Themen Gefühle, Gedanken, Alternative Gedanken entwickeln, weg mit dem Stress und Beziehungen. In den einzelnen Bausteinen werden spielerisch Wissensinhalte vermittelt. Beispielpersonen leiten die Teilnehmer interaktiv durch das Programm. Über eingebaute Testfragen erhält jeder Nutzer eine Rückmeldung zu seiner individuellen Symptomatik und erhält auch Informationen, an wen er sich in Krisensituationen wenden kann. Der Nutzer bekommt die Möglichkeit, aktiv an Übungen mitzuwirken und Fragen zu beantworten. Zusätzlich kann der Nutzer an Entspannungsübungen teilnehmen oder progressive Muskelentspannung erlernen.

Die Ergebnisse der Leipziger Studie zeigen: Patienten, die das Programm zusätzlich zu ihrer hausärztlichen Behandlung nutzen, verzeichneten im Vergleich zur Kontrollgruppe einen stärkeren Rückgang ihrer depressiven Symptome nach 6 Wochen und 6 Monaten. Ebenso zeigten sich im Vergleich eine stärkere Verbesserung der Lebensqualität und ein besseres Selbstwirksamkeitserleben nach einem halben Jahr.

Fachveröffentlichung:
Löbner M et al. Journal of Affective Disorders, 238 (2018). 317-326. DOI: 10.1016/j.jad.2018.06.008

Quelle: Universität Leipzig