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Allgemein Medizin

Junge Ärzte vor Laptop
© Colourbox/Syda Productions

BJÄ gegen Verschiebung der ärztlichen Prüfung

Das Bündnis Junge Ärzte (BJÄ) – ein fachgebietsübergreifender Zusammenschluss von Nachwuchsmedizinern aus 22 Verbänden und Vertretung der jungen Ärztinnen und Ärzte – unterstützt die Position von Medizinstudenten die ärztliche Prüfung (M2) in drei Wochen durchzuführen.

Die COVID-19-Pandemie führt zu massiven Veränderungen im täglichen Leben in Deutschland und hat bereits jetzt signifikante Auswirkungen auf das deutsche Gesundheitssystem. Diese Situation wird sich in den kommenden Monaten verschärfen und zu einer großen Belastungsprobe von Krankenhäusern führen. Dies betrifft knappe Ressourcen wie Intensivbetten oder Beatmungsgeräte, aber vor allem die Menschen, die sich, in Zeiten latenten Mangels an medizinischem Personal, um COVID-19-Patienten kümmern.

Wichtig für die COVID-19-Herausforderungen sind motivierte Mitarbeiter im Gesundheitswesen, um die verantwortungsvollen Aufgaben in den nächsten Monaten zu bewältigen. Neben Ärzten werden Jungmediziner und Medizinstudenten Baustein der medizinischen Versorgung sein. Zahlreiche Studierende zeigen bereits freiwillig Bereitschaft sich im Gesundheitssystems einzubringen.

Unter diesem Eindruck plädiert nun das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) das große schriftliche Examen am Ende des 10. Semesters des Medizinstudiums (M2) auf einen unbestimmten Zeitpunkt zu verschieben. Medizinstudenten bereiten sich seit mehr als vier Monaten mit Ausdauer, Selbstdisziplin und unter oftmals großem psychischem Druck auf dieses Examen vor. Es ist die herausforderndste Prüfung des langen Studiums. Diese Prüfung wenige Wochen vorher abzusagen mag im ersten Moment als angemessen in Anbetracht der allgemeine Quarantäne-Bemühungen erscheinen. Im Umkehrschluss führt diese Entscheidung aber zu potentiell demotivierten Studenten im Praktischen Jahr (PJ). Sie könnten ihre Energie in den Folgemonaten nicht vollends in die Versorgung unserer Patienten einbringen, sondern müssten den viermonatigen Vorbereitungsprozess im Rahmen ihres PJs erneut beginnen. „Dies führt zu einer zunehmenden Belastung von jungen Assistenzärzten, die im Normalfall durch motivierte Studenten entlastet werden“, so Johannes Birtel als Mitglied des Bündnisses. Die medizinische Versorgung in Deutschland wird dadurch weiter und unnötig angespannt.

„Für das BJÄ ist eine Absage der ärztlichen Prüfung nicht nur Ausdruck zu geringer Wertschätzung gegenüber den Strapazen der Prüflinge, sondern auch ein inakzeptables Missverständnis der Bedeutung der Arbeitskraft der Studenten im letzten Jahr vor der ärztlichen Approbation“ so Max Tischler als Sprecher. „Eine so kurzfristige Verschiebung der Prüfung ist für uns junge Ärzte ein zu simpler, fatalistischer Lösungsansatz ohne Interessensausgleich, ohne Fingerspitzengefühl und Weitsicht für ein Gesundheitssystem, das bereits im Normalzustand unter einem Personalengpass leidet“, bestätigt Mira Faßbach. Die komplexe Ausgangslage um COVID-19 fordert innovative und flexible Lösungen auch für die Ausbildung von Ärzten – diese sind auch vom IMPP einzufordern.

Das Bündnis Junge Ärzte (BJÄ) fordert:

  1. Das Staatsexamen muss zeitlich wie geplant und unter strengen hygienischen Standards stattfinden, um die ärztliche Ausbildung in dieser herausfordernden Zeit sicherzustellen.
  2. Das IMPP soll gemeinsam mit den lokalen Ämtern Prüfungsräume, die den allgemeinen Hygienerichtlinien entsprechen, organisieren. Klassenzimmer, Aulen und Turnhallen von aktuell geschlossenen Schulen könnten beispielweise als Prüfungsräume verwendet werden.
  3. Es sollen kulante Regelungen zur Abmeldung von Studierenden, die aufgrund von Quarantäne nicht an der Prüfung teilnehmen können, getroffen werden.

Quelle: Bündnis Junge Ärzte