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Allgemein Medizin

Rollstuhl
Immer mehr Menschen beziehen Geld aus der Pflegeversicherung.
© Ukrid Yenpetch / Colourbox

Aktuelle Zahlen zur Pflegeversicherung – stark wachsend

Die 1995 eingeführte Soziale Pflegeversicherung wächst stark: In den letzten 20 Jahren haben sich die Ausgaben mehr als verdoppelt auf rund 35,5 Milliarden Euro, denn immer mehr Anspruchsberechtigte erhalten Geld- und Sachleistungen aus den Kassen.

Die hohe Nachfrage führte dazu, dass – trotz guter Beschäftigungslage und Beitragserhöhungen – 2017 auf Rücklagen zurückgegriffen werden musste. Für 2019 ist eine weitere Beitragssatzanhebung um mindestens 0,2 Punkte erforderlich und von der Bundesregierung auch vorgesehen. „Auch in den nächsten Jahren werden die Ausgaben deutlich ansteigen müssen angesichts der Personalausstattung in der Pflege und den Arbeits- und Entlohnungsbedingungen“, erwartet die IAQ-Forscherin Jutta Schmitz.

Steiler Zuwachs in 2017

Rund 3,3 Millionen Pflegebedürftige werden inzwischen ambulant, teilstationär oder stationär mit Geld- und Sachleistungen versorgt. Einen steilen Zuwachs von 20 Prozent gab es im Jahr 2017, verursacht durch die gesetzliche Neuregelung mit fünf Pflegegraden statt der bisherigen drei Pflegestufen. Damit gibt es auch neue Leistungsempfänger, insbesondere Menschen mit demenziellen Einschränkungen.

Immer mehr auf Sozialhilfe angewiesen

Da die Pflegeversicherung nur einen Teil der Gesamtkosten der Pflege übernimmt, müssen immer mehr alte Menschen Hilfe zur Pflege (Sozialhilfe) in Anspruch nehmen. Vor allem bei Heimunterbringung reichen die Pflegeversicherung und das eigene Einkommen häufig nicht aus. Von 1989 (289.000) bis 2016 (440.000) hat sich die Zahl der Empfänger von Hilfe zur Pflege um mehr als die Hälfte (52%) erhöht.

Quelle: Universität Duisburg-Essen